Neue Gesundheitsreform: Hausarztbesuch vor Facharzt – sinnvoll oder überfordernd?
Patientenvertreter: Fachärzte müssen Befunde erklären - Neue Gesundheitsreform: Hausarztbesuch vor Facharzt – sinnvoll oder überfordernd?
Die deutsche Koalitionsregierung treibt eine neue Gesundheitsreform voran, die vorsieht, dass Patienten vor einem Facharztbesuch zunächst ihren Hausarzt aufsuchen müssen. CDU/CSU und SPD argumentieren, dass dies Wartezeiten verkürzen und die Effizienz steigern werde. Doch Kritiker – darunter Patientenschützer – zweifeln, ob der Plan in der Praxis funktionieren wird.
Nach dem vorgeschlagenen System müssten Patienten zunächst ihren Hausarzt konsultieren, der sie dann mit einer garantierten Terminvereinbarung innerhalb eines festgelegten Zeitraums an einen Facharzt überweist. Die Regierung betont, dass dies die Versorgung straffen und unnötige Facharztbesuche reduzieren werde.
Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, äußert jedoch Bedenken gegenüber dem Vorhaben. Er vergleicht die sogenannte "Termingarantie" mit dem gescheiterten Heizungsgesetz der Vorgängerregierung und warnt vor ähnlichen Umsetzungsproblemen. Brysch fragt sich zudem, wie Hausärzte die zusätzliche Belastung durch mehr Überweisungen bewältigen sollen. Die Stiftung fordert weitere Reformen, darunter die Abschaffung von Überweisungsgebühren für Hausärzte, die direkt Facharzttermine vereinbaren. Außerdem sollen Fachärzte ihre Befunde künftig selbst an die Patienten kommunizieren, statt Hausärzte als Mittelsmänner einzuschalten. Brysch kritisiert insbesondere die SPD und befürchtet, dass die Reform an der praktischen Umsetzung scheitern könnte.
Die geplante "Hausarzt-vor-Facharzt"-Regelung zielt darauf ab, den Zugang zu Fachärzten neu zu strukturieren. Bei einer Umsetzung müssten Hausärzte mehr Überweisungen managen und gleichzeitig sichere Termine bei Fachärzten gewährleisten. Doch es bleiben Zweifel, ob das System seine Versprechen halten kann – und ob es überhaupt realisierbar ist.