Neue deutsche Kulturerbe-Traditionen sorgen für Streit und Diskussionen
Miriam WolfNeue deutsche Kulturerbe-Traditionen sorgen für Streit und Diskussionen
Deutschland hat mehrere neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Der Staatsminister für Kultur, Wolfram Weimer, und die Deutsche UNESCO-Kommission gaben die neuesten Auswahlentscheidungen bekannt. Dazu zählen die Herrenschneiderei, das Schaustellerhandwerk auf Volksfesten sowie die Fischereitraditionen der Ostsee.
Die Entscheidung sorgt jedoch für Diskussionen. Bekannte kulturelle Elemente wie der Döner Kebab oder die SPD-Sommerfest-Bratwurst wurden nicht berücksichtigt – was zu Protesten von Vertretern aus acht SPD-geführten Bundesländern führte.
Zu den neu anerkannten Traditionen gehören die handwerkliche Herrenschneiderei, die für ihre Präzision und Kunstfertigkeit bekannt ist, die Schaustellerkultur auf Volksfesten, die Fischereipraktiken der Ostsee sowie das Straßenfußballspielen auf dem Bolzplatz. Auch die Laternenumzüge zum Martinstag im Rheinland wurden in die Liste aufgenommen.
Weimer steht für strenge Förderentscheidungen. Noch in diesem Jahr strich er ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autor:innen aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds. Seine jüngsten Auswahlentscheidungen spiegeln erneut einen selektiven Ansatz wider – so blieben etwa unabhängige, linksorientierte Buchhandlungen unberücksichtigt.
Die Anerkennung der deutschen Herrenschneiderei als herausragend könnte in Nachbarländern kritisch betrachtet werden. Der Verzicht auf bestimmte Speisen und politische Symbole hat unterdessen bereits Widerstand bei SPD-Kulturminister:innen und Senator:innen ausgelöst.
Die aktualisierte Liste umfasst nun 160 Traditionen – von handwerklichen Fertigkeiten bis hin zu regionalen Festen. Einige Einträge, wie die Schneiderei oder die Schaustellerkultur, heben lang bewährte Fähigkeiten und Bräuche hervor. Andere fehlen trotz öffentlicher Unterstützung.
Die Entscheidungen unterstreichen Weimers kompromisslose Haltung in der Kulturförderung. Vertreter der betroffenen Bundesländer haben ihre Unzufriedenheit über die Auslassungen bereits geäußert.






