Merz’ Tanz-Einladung an Lula sorgt für diplomatische Irritationen beim G20-Gipfel
Merz’ Tanz-Einladung an Lula sorgt für diplomatische Irritationen beim G20-Gipfel
Friedrich Merz geriet nach einem verbalen Fauxpas bei einem Treffen mit Brasiliens Präsident Lula beim G20-Gipfel in die Kritik. Seine Reaktion auf eine scherzhafte Bemerkung Lulas sorgte schnell für Aufsehen. Der Vorfall hat die Debatten über Merz’ ungeschönte, spontane Rhetorik erneut entfacht.
Der Zwischenfall ereignete sich, als Lula Merz im Plauderton sagte, er hätte Brasilien früher besuchen sollen, um das Essen und das Tanzen dort zu genießen. Berichten zufolge antwortete Merz daraufhin: "Super, beim nächsten Mal gehen wir zusammen tanzen!" – eine Äußerung, die manche in einem formellen diplomatischen Rahmen als unpassend empfanden. Sein Team betonte später, die beiden Politiker hätten ein 40-minütiges Gespräch geführt, das als herzlich und konstruktiv beschrieben wurde.
Merz’ direkte, unvorbereitete Art ist seit Langem Gesprächsthema. Anhänger sehen darin Authentizität, Kritiker halten sie für undiplomatisch. Die jüngste Episode reminds an frühere Kontroversen, etwa die falsche Behauptung, der ehemalige Bundespräsident Heinrich Lübke habe einst zu König Charles III. gesagt: "Gleich und gleich gesellt sich gern" – ein Zitat, das der Der-Spiegel-Korrespondent Ernst Goyke später als Fiktion entlarvte.
Zum Vergleich: Der ehemalige US-Präsident Barack Obama eröffnete einst eine Rede vor dem britischen Parlament mit einem Witz und spielte dabei auf die prominenten Redner vor ihm an – den Papst, Königin Elisabeth II. und Nelson Mandela. Sein Auftreten wurde gelobt, weil es Humor mit angemessenem Ton verband.
Merz’ Umgebung spielte den Vorfall herunter und hob die positive Stimmung des Gesprächs hervor. Dennoch zeigt der Zwischenfall, wie stark Politiker für informelle Äußerungen unter Beobachtung stehen. Was in privaten Treffen gesagt wird, kann schnell zum öffentlichen Diskussionsstoff werden.
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