Martin La Roche verwandelt Wiesbaden in einen lebendigen **Gedächtnispalast**

Admin User
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Ein Museumsplakette mit Text und Skulpturen darauf.Admin User

Martin La Roche verwandelt Wiesbaden in einen lebendigen **Gedächtnispalast**

Der Künstler Martin La Roche hat den Nassauischen Kunstverein Wiesbaden in einen riesigen, interaktiven Gedächtnispalast verwandelt. Die unter dem Titel „Memory Palace“ stehende Ausstellung füllt das gesamte Gebäude mit neun thematischen Räumen, die Besucher dazu einladen, zu erkunden, wie wir Erinnerungen sammeln, speichern und abrufen.

Doch die Schau ist mehr als nur eine Kunstausstellung – sie funktioniert als Experiment, als Dialog und als lebendiges Archiv. Die Besucher sind aufgefordert, sich aktiv einzubringen und ihre Erfahrung selbst mitzugestalten, während sie durch die Räume wandeln.

Das Ausstellungskonzept verwandelt das gesamte Haus in ein räumliches Modell des Gedächtnisses. Eine der zentralen Installationen, „Sandspiel“, entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler Jochen Schweizer und der Autorin Mirte Behrensen. Hier können Besucher zu einer sich ständig verändernden, kollektiven Sandskulptur beitragen.

Im „Wintergarten“ haben Teilnehmende die Möglichkeit, aus bereitgestellten Kisten Objekte auszuwählen und damit persönliche Erinnerungsarrangements zu kuratieren. Ein weiteres Highlight ist La Roches „Musée Légitime“, ein transportables Museum, das hier erstmals in voller Größe zu sehen ist. Inspiriert von einem Kreuzworträtsel der „Guardian“ nutzt der Künstler dessen Struktur, um poetische Verbindungen zwischen Gegenständen und Ideen herzustellen.

Jeder der neun Räume erzählt eine eigene Geschichte und bietet unterschiedliche Perspektiven darauf, wie gemeinsame Erinnerungen entstehen und sich entwickeln. Die Ausstellung fordert die Besucher nicht nur zum Betrachten auf, sondern lädt sie ein, sich zu erinnern, zu reflektieren und aktiv am Prozess des Archivierens teilzuhaben.

„Memory Palace“ bleibt bis zum Ausstellungsschluss für Besucher geöffnet. Die interaktiven Installationen wie „Sandspiel“ und der „Wintergarten“ werden sich weiter verändern, je mehr Menschen sich einbringen. Indem persönliche und kollektive Erinnerungen verschmelzen, entsteht ein dynamischer Raum, in dem Kunst und Teilhabe eins werden.