Mannheims Vereine im Nationalsozialismus: Wie lokale Gruppen das NS-Regime unterstützten oder widerstanden
Mannheims Vereine im Nationalsozialismus: Wie lokale Gruppen das NS-Regime unterstützten oder widerstanden
Gedenkveranstaltung in Mannheim: Lokale Vereine und ihre Rolle im Nationalsozialismus
Am 27. Januar gedachte Mannheim der Opfer des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand die Rolle ortsansässiger Vereine und Verbände während der NS-Zeit. Vier Organisationen präsentierten ihre Forschungsergebnisse zu historischen Verflechtungen mit dem Regime, während Rednerinnen und Redner zu wachsamer Aufmerksamkeit gegenüber heutiger Ausgrenzung aufriefen.
Die von Laura Gattner und Theodoros Argiantzis vom Mannheimer Jugendrat moderierte Gedenkfeier umfasste musikalische Beiträge und Ansprachen. Oberbürgermeister Christian Specht betonte, wie Vereine einst das gesellschaftliche Leben und demokratische Werte prägten – doch viele passten sich in den 1930er-Jahren den NS-Strukturen an. Einige kollaborierten freiwillig, andere wurden in nationalsozialistisch kontrollierte Gruppen zwangseingegliedert.
Prof. Dr. Deborah Kämper warnte davor, aktuelle Ausgrenzungsmechanismen zu ignorieren, und unterstrich, dass Diskriminierung auch heute im Alltag Fuß fassen könne. Die Veranstaltung thematisierte zudem, wie jüdische Mitglieder systematisch aus Vereinen ausgeschlossen und in separate jüdische Verbände gedrängt wurden, die später verboten wurden.
Vier Organisationen – der Rotary Club Mannheim, die Universitätsbibliothek Mannheim, der Verein Geschichte Alt-Neckarau e.V. sowie eine weitere Gruppe, die am Projekt "Vereine im Nationalsozialismus" (2026) mitwirkt – stellten ihre Forschung vor. Zudem setzten sich die Mannheimer Jugendfeuerwehr, die DGB-Jugend Nordbaden, die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken und das Fanprojekt Mannheim mit ihrer eigenen NS-Vergangenheit auseinander.
Specht rief die Vereine dazu auf, sich offen mit ihrer Geschichte zu befassen und sich aktiv gegen heutige Ausgrenzungstendenzen in der Gesellschaft zu stellen.
Die Gedenkveranstaltung zeigte auf, wie Vereine damals NS-Politik ermöglichten oder ihr widerstanden. Durch die Präsentation historischer Erkenntnisse wollten die Organisationen Transparenz und bürgerliches Engagement fördern. Der Appell des Oberbürgermeisters unterstrich die Notwendigkeit, Diskriminierung in all ihren Formen weiterhin entschlossen entgegenzutreten.
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