Mainzer Haushalt gerät unter Druck: ADD kritisiert "nicht umsetzbare" Pläne
Noah FrankeMainzer Haushalt gerät unter Druck: ADD kritisiert "nicht umsetzbare" Pläne
Der jüngste Haushalt der Stadt Mainz ist von der Landesaufsichtsbehörde ADD scharf kritisiert worden. Zwar wurde der Plan genehmigt, doch Beamte bezeichneten große Teile als "nicht umsetzbar" und forderten umfassende Nachbesserungen. Nun steht die Stadt unter Druck, ihre Ausgaben zu drosseln und die Finanzprognosen bis 2026 anzupassen.
Die ADD hatte zunächst zentrale Passagen des Mainzer Haushalts abgelehnt und die Schuldenprognosen als "kaum vertretbar" eingestuft. In einem offiziellen Schreiben warnte die Behörde, die Kreditaufnahmepläne der Stadt – darunter 395,4 Millionen Euro für 2026 und insgesamt 1,1 Milliarden Euro bis 2029 – seien nicht tragfähig. Trotz dieser Bedenken billigte die ADD den Haushalt, um eine vollständige Ablehnung durch das Landesinnenministerium zu vermeiden, insbesondere vor den Wahlen Ende März.
Ursprünglich hatte Mainz für 2026 Investitionen in Höhe von 306 Millionen Euro vorgesehen. Die ADD kürzte diesen Betrag auf nur noch 75 Millionen Euro und begründete dies mit einer "inakzeptablen Überplanung". Zudem wies die Behörde den Zeitplan der Stadt als "völlig unrealistisch" zurück – angesichts der aktuellen Personaldecke und der knappen verbleibenden Zeit bis 2026.
Die Mainzer Stadtspitze räumte ein, dass der genehmigte Haushalt den Prüfstandards nicht in vollem Umfang entspreche. Gleichzeitig fordert die dortige Kenia-Koalition "grundlegende Reformen" von Bund und Ländern, um die finanzielle Belastung der Kommunen zu verringern. Mainz, Mitbegründer des Bündnisses Für die Würde unserer Städte, besteht weiterhin auf eine Nettoentlastung von 32 Milliarden Euro für die kommunalen Haushalte.
Die ADD hat Mainz aufgefordert, künftig realistischere Finanzpläne vorzulegen. Angesichts verschärfter Kreditgrenzen und gekürzter Investitionen muss die Stadt nun ihre Strategie überdenken. Die Entscheidung lässt Mainz mit weniger Mitteln zurück als geplant und erhöht die Abhängigkeit von übergeordneten Reformen, um die Finanzen zu stabilisieren.






