Lörrach startet mit dem Bauturbo für schnelleren Wohnungsbau bis 2035
Ella HofmannLörrach startet mit dem Bauturbo für schnelleren Wohnungsbau bis 2035
Lörrach bereitet sich darauf vor, das deutsche Baugebietbeschleunigungsgesetz – auch Bauturbo genannt – einzuführen. Die Stadt will damit den Wohnungsbau im Rahmen ihrer Wohnraumoffensive 2035 beschleunigen, wobei der Fokus auf der Nachverdichtung liegt. Die Verwaltung hat bereits einen ersten Bericht vorgelegt, in dem dargelegt wird, wie die neuen rechtlichen Möglichkeiten genutzt werden sollen, um Bauprojekte zu beschleunigen.
Aktuell befindet sich Lörrach in der ersten Umsetzungsphase und erarbeitet strategische Leitlinien für die Anwendung des Gesetzes. Diese Regeln sollen qualitative Standards festlegen, darunter verbindliche Sozialwohnungsquoten, Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung sowie klare städtebauliche Konzepte.
Jeder Antrag im Rahmen des Beschleunigungsverfahrens muss zentrale Voraussetzungen erfüllen: Die Projekte müssen sich in die städtebaulichen Ziele einfügen, die Belange der Nachbarn berücksichtigen und dem Gemeinwohl dienen. Zudem sind eine gute Anbindung an den ÖPNV und eine nahtlose Einbindung in bestehende Stadtstrukturen erforderlich.
Der Bauturbo ermöglicht es Lörrach, bestimmte Standardvorschriften des Bauplanungsrechts zu umgehen – vorausgesetzt, die festgelegten Kriterien werden erfüllt. Der Stadtrat strebt an, die grundlegenden Regelungen noch vor der Sommerpause zu verabschieden. Sobald das Verfahren in Kraft ist, soll es vor allem in reinen Wohngebieten oder gemischten Quartieren mit starkem Wohnungsbauanteil zur Anwendung kommen.
Lörrach ist nicht die einzige Kommune, die den Bauturbo nutzt. Bis Ende 2023 hatten bereits zwei weitere Städte und Gemeinden konkrete Schritte eingeleitet: Der Leipziger Stadtrat befasste sich mit der Übertragung von Genehmigungsbefugnissen, während die Gemeindevertretung in Rimbach die Umsetzung auf den Weg brachte.
Ziel des Beschleunigungsgesetzes ist es, schneller zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Lörrach setzt dabei auf strenge Vorgaben, um Bezahlbarkeit, Nachhaltigkeit und städtebauliche Kohärenz zu gewährleisten. Bei Erfolg könnten die Maßnahmen dazu beitragen, die Wohnungsnot zu lindern – ohne dabei die geordnete Stadtentwicklung aus den Augen zu verlieren.