24 March 2026, 14:11

Krankenkassen-Chefs kassieren Rekordgehälter – trotz Beitragserhöhungen für Versicherte

Alte Werbeplakat für die Germania-Feuer-Versicherungsgesellschaft mit einer Frau in der Mitte und Text, der die Dienstleistungen beschreibt.

Krankenkassen-Chefs kassieren Rekordgehälter – trotz Beitragserhöhungen für Versicherte

Gesetzliche Krankenkassen in Deutschland unter Finanzdruck – doch Spitzenverdiener kassieren weiter hohe Gehälter und Boni

Die gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland stehen unter massivem finanziellen Druck, doch ihre Führungskräfte streichen weiterhin hohe Gehälter und Prämien ein. Während die Versicherten mit steigenden Zusatzbeiträgen und Kürzungen bei den Leistungen kämpfen, zeigen aktuelle Zahlen: Viele Kassenchefs haben 2024 deutliche Gehaltserhöhungen erhalten.

Bei der AOK-Bundesverband bezog Dr. Carola Reimann ein Grundgehalt von 319.400 Euro – zusätzlich erhielt sie 121.241 Euro für ihre Altersvorsorge. Die AOK Niedersachsen zahlte ihren drei Vorstandsmitgliedern Boni zwischen 38.381 und 62.576 Euro, obwohl der Zusatzbeitrag auf 2,7 Prozent angehoben wurde.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Bahn-BKK, Hans-Jörg Gittler, verdiente 2024 185.000 Euro plus 42.625 Euro Bonus. Seine Nachfolgerin, Christine Enenkel, erhält nun 195.000 Euro Grundgehalt und einen Bonus von 44.688 Euro – nach einer Erhöhung des Zusatzbeitrags auf 3,4 Prozent.

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Auch andere Kassen erhöhten die Bezüge ihrer Führungskräfte: Peter Kaetsch, Chef der BIG direkt gesund, erhielt eine Gehaltserhöhung von 28.750 Euro, sein Stellvertreter Markus Bäumler bekam 24.050 Euro mehr – nach einer Anhebung des Zusatzbeitrags auf 3,39 Prozent. Dirk Harrer, neuer Vorstandsvorsitzender der BKK Firmus, verdient 31.424 Euro mehr als sein Vorgänger. Gordana Maršić von der AOK Baden-Württemberg erhielt 206.000 Euro Grundgehalt plus 6.938 Euro Bonus, und Michael Lempe von der Handelskrankenkasse (HKK) sah sein Gehalt nach einer Beitragserhöhung auf 2,5 Prozent auf 287.104 Euro steigen.

Diese Gehaltssteigerungen erfolgen zu einer Zeit, in der die Kassen von Leistungserbringern im Gesundheitswesen Einsparungen fordern und die höheren Kosten an die Versicherten weitergeben. Die Beitragssätze sind gestiegen, doch die Abrechnungsdaten für Behandlungen legten laut vorliegenden Berichten nur um neun Prozent zu.

Die Kluft zwischen den wachsenden Managergehältern und der finanziellen Belastung der Versicherten wird immer größer. Während die Kassen die Beitragserhöhungen mit steigenden Kosten begründen, zeigen die aktuellen Zahlen keinen direkten Zusammenhang zwischen den höheren Abgaben der Mitglieder und den Gehaltssteigerungen der Führungsebene. Die Versicherten zahlen mehr – während die Bezüge der Spitzenkräfte weiterhin deutlich über den Vorjahreswerten liegen.

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