Kohlekraft in Deutschland: Warum der Niedergang jetzt unaufhaltsam scheint
Ella HofmannKohlekraft in Deutschland: Warum der Niedergang jetzt unaufhaltsam scheint
Deutschlands Kohlekraft steht vor einem steilen Niedergang, da wirtschaftliche und regulatorische Zwänge zunehmen. Zwar befanden sich zeitweise zehn neue Kohlekraftwerke im Bau, doch nur zwei sind kürzlich ans Netz gegangen – und seit 2009 wurde kein einziges neues Projekt mehr genehmigt. Der Wandel spiegelt tiefgreifende Veränderungen in der Energiepolitik und den Marktbedingungen wider.
Die letzte Welle des Kohlekraftwerksbaus in Deutschland begann vor 2009. Solche Projekte benötigen in der Regel etwa fünf Jahre bis zur Fertigstellung. Seither erhielt kein neues Kohlekraftwerk mehr eine Genehmigung, und seit 2011 wurden sechs geplante Vorhaben aufgegeben.
Das einzige in jüngster Zeit in Betrieb genommene Kohlekraftwerk, Datteln 4, ging erst in diesem Jahr nach langen Verzögerungen ans Netz. Der Baubeginn datiert auf 2007, doch Planungs- und Rechtsstreitigkeiten verzögerten die Inbetriebnahme erheblich. Gleichzeitig machen die aktuellen Strompreise alle konventionellen Energieprojekte unrentabel und stoppen weitere Investitionen.
Da bis 2016 keine neuen Kohlekraftwerke mehr erwartet werden, könnte Deutschland seinen Ausstieg aus Kernkraft und Kohle beschleunigen. Falls die Regierung den CO₂-Emissionshandel verschärft, könnten Erdgas und erneuerbare Energien künftig die dominierenden Energiequellen werden.
Die Zukunft der Kohlekraft in Deutschland ist ungewiss. Bestehende Anlagen bleiben zwar in Betrieb, doch geringe Profitabilität und strengere Vorschriften machen Neubauten unwahrscheinlich. Sollten sich die aktuellen Trends fortsetzen, könnte sich die deutsche Energieversorgung bald stärker auf Gas und Erneuerbare stützen.






