Katholische Kirche zerrissen: Reformen scheitern an konservativem Widerstand

Admin User
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Drei Priester in schwarzen Gewändern und Kappen stehen vor einer Menge in einer Kirche, einer hält ein Buch, mit einem unscharfen Hintergrund und einem Wasserzeichen in der rechten unteren Ecke.Admin User

Katholische Kirche zerrissen: Reformen scheitern an konservativem Widerstand

Die katholische Kirche in Deutschland steht an einem entscheidenden Punkt ihrer Reformbemühungen. Der sogenannte Synodale Weg, ein 2020 gestarteter Prozess zur Bewältigung langjähriger Forderungen nach Veränderung, hat tiefe Gräben zwischen Reformbefürwortern und konservativen Führungskräften offenbart – viele zentrale Fragen bleiben ungelöst.

Im Rahmen des Synodalen Wegs kamen Bischöfe, Priester und Laien zusammen, um über grundlegende Reformen zu diskutieren. Zur Debatte standen unter anderem die Abschaffung des verpflichtenden Zölibats für Priester, die Zulassung von Frauen zum Priestertum sowie eine Neuausrichtung der kirchlichen Haltung zu Sexualität. Fortschritte gab es durchaus: Acht Bistümer – Augsburg, Aachen, Berlin, Essen, Hamburg, Köln, Osnabrück und Trier – segnen mittlerweile offiziell gleichgeschlechtliche Paare. Auch die Arbeitsrechtsregelungen innerhalb der Kirche wurden gelockert.

Doch konservative Bischöfe wehrten sich gegen weitere Veränderungen. Kardinal Rainer Maria Woelki und seine Verbündeten, die eine strenge Hierarchie befürworten, boykottierten die jüngste Versammlung in Stuttgart. Ihr Widerstand verhinderte die Schaffung eines synodalen Rates, der tiefgreifendere Reformen hätte vorantreiben können. Stattdessen einigte man sich auf eine schwächere synodale Konferenz – für viele Reformer eine herbe Enttäuschung.

Die inneren Konflikte der Kirche fallen in eine Zeit wachsender Krisen. Zwischen 300.000 und 500.000 Menschen treten jährlich in Deutschland aus der katholischen Kirche aus. Viele begründen dies mit Frust über die zögerliche Haltung bei Themen wie LGBTQ+-Inklusion und der Rolle von Frauen. Zwar bleibt der Einfluss der Kirche in Deutschland immens – sie betreibt Schulen, Krankenhäuser und soziale Einrichtungen –, doch ihr Widerstand gegen Veränderungen droht, weitere Anhänger zu verprellen.

Der Synodale Weg hat zwar einige Änderungen gebracht, etwa Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare und modernisierte Arbeitsrichtlinien. Doch die konservativen Bischöfe blockieren weiterhin umfassendere Reformen. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und wachsender Spaltungen steht die Fähigkeit der Kirche, ihre gesellschaftliche Rolle in Deutschland zu bewahren, auf dem Spiel.