07 May 2026, 12:13

Herrenknecht warnt: Deutschland steuert "direkt auf die Wand zu"

Altes Buch mit detaillierten Architekturplänen und Text, das eine Zeichnung des ursprünglichen Plans für die Königliche Hermwerk Berlin-Baklberg zeigt.

Herrenknecht warnt: Deutschland steuert "direkt auf die Wand zu"

Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, hat eine drastische Warnung vor der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands ausgesprochen. Der Chef des weltweiten Marktführers für Tunnelbohrtechnik behauptet, das Land steuere „direkt auf die Wand zu“, wenn nicht dringend Reformen umgesetzt würden. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen überbordende Bürokratie und eine Kultur unrealistischer Erwartungen.

Die Herrenknecht AG mit Sitz in Schwanau im Ortenaukreis beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeiter. Das Unternehmen dominiert den Markt für Tunnelbohrmaschinen und war an Großprojekten wie dem Gotthard-Basistunnel, dem Brenner-Basistunnel und dem Bahnausbau Stuttgart 21 beteiligt.

Der Vorstandsvorsitzende bezeichnete Deutschland als eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“ und warf dem Land vor, in einem „Dornröschen-Schlaf“ gefangen zu sein. Als Beispiel führte er ein Logistikzentrum in Baden-Württemberg an, dessen Planung seit dreieinhalb Jahren feststeckt, während ein vergleichbares Projekt in Chennai, Indien, bereits nach drei Monaten genehmigt wurde.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Herrenknecht behauptete zudem, dass er sein eigenes Unternehmen unter den heutigen bürokratischen Auflagen nicht hätte gründen können. Seine Äußerungen spiegeln die wachsende Frustration von Wirtschaftsführern über Verzögerungen und regulatorische Hürden in Deutschland wider.

Die Kritik unterstreicht tiefe Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Angesichts langwieriger Verzögerungen bei großen Infrastrukturprojekten deuten Herrenknechts Warnungen darauf hin, dass das Land ohne Reformen weiter zurückfallen könnte. Seine Aussagen fügen sich in eine breitere Debatte über Bürokratie und deren Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum ein.

Quelle