15 March 2026, 10:06

Grüne feiern Comeback bei Landtagswahl trotz Klimapolitik-Kritik und Heizungsgesetz-Debatte

Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Gebäude mit Säulen und einer Tür, hält eine Fahne mit Text, Fahnenstangen und Luftballons und nimmt an einem Klimastreik in Deutschland teil.

Grüne feiern Comeback bei Landtagswahl trotz Klimapolitik-Kritik und Heizungsgesetz-Debatte

Die Grünen haben bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ein starkes Ergebnis erzielt und schicken mehr als 50 Abgeordnete zurück in den Landtag. Ihr letzter Wahlkampfspurt kam nach einer Kampagne, die von scharfer Kritik an der Energiepolitik der CDU geprägt war. Parteichef Cem Özdemir spielte dabei eine Schlüsselrolle, um in der heißen Phase die Wählergunst zu mobilisieren.

Die Grünen hatten im Vorfeld der Wahl mit Herausforderungen zu kämpfen. Ihre frühere Unterstützung für das umstrittene Gebäudeenergiegesetz – ein gemeinsames Projekt der Ampelkoalition – war auf massive Kritik gestoßen, insbesondere von Seiten der CDU/CSU. Das Gesetz, oft als "teures Heizungsgesetz" bezeichnet, hatte das Vertrauen in die Klimapolitik der Partei erschüttert.

Der Vorstoß der CDU, Teile des Heizungsgesetzes zurückzunehmen, ging nach hinten los. Die Wähler nahmen die Partei als zu ideologisch wahr, und die Grünen nutzten diesen Fehler aus. Sie sammelten über 200.000 Unterschriften gegen die Energiepläne der CDU und setzten auf einen "wirtschaftlichen Appell" grüner Unternehmen, der an Fahrt gewann.

Intern hatten die Grünen mit Enttäuschung in ihrer "ökosozialen" Basis zu kämpfen, die sich über politische Kompromisse und die Gegenwehr gegen Klimaproteste verärgert zeigte. Gleichzeitig war der "konservativ-wachstumsorientierte" Wähleranteil – also jene, die Klimaschutz befürworten, aber wirtschaftliche Verwerfungen fürchten – zunehmend resistent gegen Umweltpolitik geworden. Trotz dieser Widerstände gelang es der Partei durch Özdemirs überzeugende Auftritte, im Wahlkampf noch einmal Boden gutzumachen.

Ein besonderer Erfolg war Martina Braun, Biobäuerin und Grünen-Politikerin, die ihr Mandat im Landtag für eine dritte Amtszeit verteidigte.

Das Wahlergebnis bedeutet, dass die Grünen in der nächsten Landesregierung Baden-Württembergs erheblichen Einfluss haben werden. Ihre Kampagne gegen die Energiepolitik der CDU erwies sich als entscheidend und kehrte frühere Rückschläge um. Mit mehr als 50 Abgeordneten im Landtag verfügt die Partei nun über eine stärkere Position, um die regionale Klima- und Wirtschaftspolitik mitzugestalten.

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