Badenova fordert Turbo für die Energiewende in Baden-Württemberg bis 2026
Noah FrankeBadenova fordert Turbo für die Energiewende in Baden-Württemberg bis 2026
Energieversorger Badenova drängt auf beschleunigte Energiewende in Baden-Württemberg
Der Energieanbieter Badenova fordert entschlossenere Maßnahmen, um die Energie- und Wärmewende in Baden-Württemberg zu beschleunigen. Das Unternehmen warnt, dass die bisherigen Anstrengungen nach der Landtagswahl 2026 nicht ausreichen werden. Zu den zentralen Forderungen zählen klarere politische Rahmenbedingungen, bessere Fördermittel und schnellere Genehmigungsverfahren.
In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Ausbau der Fernwärmenetze in Baden-Württemberg verdoppelt. Jährlich kommen durchschnittlich 150 Kilometer neue Leitungen hinzu, wobei Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg mehr als 60 Prozent des Zuwachses ausmachen. Trotz dieser Fortschritte betont Badenova, dass noch deutlich mehr getan werden muss.
Besonders großes Potenzial sieht das Unternehmen in der Geothermie, vor allem im Oberrheingraben. Allerdings sei staatliche Förderung für geologische Erkundungen unverzichtbar, um diese Ressource zu erschließen. Gleichzeitig fordert Badenova einheitliche Vorschriften und digitale Aufrüstung in Behörden, um Bürokratie abzubauen und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.
Die Finanzierung bleibt eine Hürde. Badenova schlägt staatlich besicherte nachrangige Darlehen vor, um die Eigenkapitalbasis kommunaler Versorger zu stärken. Dadurch ließen sich die Investitionen in die Energiewende stemmen, ohne die Haushalte der Kommunen zu überlasten. Zudem mahnt das Unternehmen eine bessere Abstimmung zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Netzausbau in Südwestdeutschland an.
Für den Wasserstoffausbau verlangt Badenova klare politische Lösungen. Regionale Netze benötigten verlässliche Fördermodelle, damit Wasserstoff eine Rolle bei der Dekarbonisierung spielen kann. Zudem plädiert das Unternehmen für eine engere Zusammenarbeit von Kommunen, Wirtschaft und Politik. Ziel ist ein klimaneutrales, zukunftsfähiges Baden-Württemberg.
Die Forderungen von Badenova kommen vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahl 2026. Ohne verbesserte Förderung, schlankere Regularien und stärkere Kooperation drohe die Energie- und Wärmewende ins Stocken zu geraten. Die Initiative umfasst alle Bereiche – von der Fernwärme über Wasserstoff bis hin zu Geothermie-Projekten.