23 March 2026, 08:09

Grausamer Fund in Bodelshausen: Rehkitz mit zuggeklebtem Maul stirbt nach Qualen

Ein Reh und sein Fohlen, das in einem Waldgebiet von einer Wildkamera aufgenommen wurde.

Grausamer Fund in Bodelshausen: Rehkitz mit zuggeklebtem Maul stirbt nach Qualen

Verendetes Rehkitz mit zuggeklebtem Maul in Bodelshausen entdeckt – Ermittlungen wegen schwerer Tierquälerei

In Bodelshausen im Landkreis Tübingen wurde ein junges Rehkitz mit grausam zuggeklebtem Maul entdeckt. Anwohner fanden das verletzte Tier am 20. Juni, doch trotz Rettungsversuchen verendete es wenig später. Die Behörden ermitteln nun wegen des Verdachts auf schwere Tierquälerei nach deutschem Recht.

Das Kitz war in der Nähe einer Waldhecke mit Klebeband fest um die Schnauze gewickelt aufgefunden worden. Anwohner griffen sofort ein und entfernten das Band, um das Tier zu retten. Traurigerweise wurde das Reh vier Tage später, am 24. Juni, tot aufgefunden.

Tierquälerei ist in Deutschland eine Straftat und wird gemäß § 17 des Tierschutzgesetzes mit Geldstrafen oder Haft bis zu drei Jahren geahndet. Die Tierrechtsorganisation PETA hat sich eingeschaltet und bietet eine Belohnung von 2.050 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung der Verantwortlichen führen.

Der Vorfall reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein: In den letzten Jahren nimmt die öffentliche Empörung über Tiermisshandlung kontinuierlich zu. Zwischen 2021 und 2026 stiegen die Meldungen an Polizei und Tierschutzbehörden laut Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) um über 20 Prozent. Sozialmedia-Kampagnen von PETA und anderen Organisationen fordern zudem schnellere Strafverfolgung und schärfere Urteile – wie etwa im Fall eines misshandelten Hundes in Berlin im Jahr 2024.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Forschungen von Dr. Christoph Paulus, Gewaltforscher an der Universität des Saarlandes, deuten auf einen engen Zusammenhang zwischen Tierquälerei und schwerer Kriminalität hin. Seine Schätzungen zufolge haben 80 bis 90 Prozent der extrem gewalttätigen Straftäter eine Vorgeschichte von Tiermisshandlung.

Der Tod des Rehkitzes hat nun erneute Forderungen nach konsequenterer Durchsetzung der Tierschutzgesetze ausgelöst. Angesichts wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit und der bestehenden rechtlichen Konsequenzen appellieren die Behörden weiterhin an Zeugen, sich mit Informationen zu melden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Quelle