GigaChad: Vom Internet-Witz zum Symbol übertriebener Männlichkeit

Admin User
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Ein Mann mit einem großen Bart und Brille posiert direkt in die Kamera.Admin User

GigaChad: Vom Internet-Witz zum Symbol übertriebener Männlichkeit

Das Meme GigaChad ist zu einem dauerhaften Symbol übertriebener Männlichkeit im Netz geworden. Sein Ursprung liegt im Jahr 2017, als Fotos des hypermuskulösen Models Ernest Khalimov aufkamen. Die Bilder verbreiteten sich zunächst auf 4chan, bevor sie als sowohl Ideal als auch Witz größere Aufmerksamkeit erregten. Der Durchbruch des GigaChad-Memes gelang im Oktober 2017 im /fit/-Board von 4chan. Nutzer teilten dort Aufnahmen aus der Fotoserie „Sloan Leveled Me Up“ der Fotografin Krista Sudmalis, die Khalimovs extreme Körperform in Szene setzte. Sein markantes Kinn, die gewaltige Muskulatur und die durchdringend blauen Augen wurden schnell zum visuellen Kürzel für einen unerreichbaren Männlichkeitsstandard. Khalimovs Erscheinung – mit ausgeprägtem Sixpack, prallen Bizeps und einem selbstbewussten Grinsen – erhielt bald den Spitznamen „Chad-Lächeln“. Internetnutzer prägten den Begriff GigaChad, um die Absurdität einer solchen Perfektion zugleich zu feiern und zu karikieren. Das Meme kritisierte moderne Männlichkeitsideale, inspirierte aber auch manche, ähnliche Attribute anzustreben. In Städten wie Berlin, wo die Fitnesskultur blüht, dient GigaChad gleichermaßen als Motivation und Satire. Die Figur steht für mehr als nur Muskeln – sie verkörpert Selbstvertrauen, soziale Dominanz und eine fast karikaturhafte Attraktivität. Doch der Witz des Memes liegt gerade in seiner Unerreichbarkeit und regt Männer dazu an, zu hinterfragen, ob solche Extreme erstrebenswert sind. Wer GigaChad verkörpern will, so die implizite Botschaft, braucht unermüdlichen Trainingsfleiß, unerschütterliches Selbstbewusstsein und geschliffene Umgangsformen. Doch am Ende kehrt die eigentliche Aussage oft zur Authentizität zurück: Der Scherz zeigt, wie starr Klischees sein können – selbst wenn manche versuchen, ihnen gerecht zu werden. Das GigaChad-Phänomen bleibt eine Mischung aus Sehnsucht und Parodie. Was als Online-Witz begann, spiegelt heute breitere Debatten über Männlichkeit wider. Für die einen ist es ein Fitnessziel, für andere ein Appell, Individualität über unerreichbare Ideale zu stellen.