17 March 2026, 18:10

Flexible Stromnachfrage könnte Deutschlands Energieungleichgewicht lösen

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Flexible Stromnachfrage könnte Deutschlands Energieungleichgewicht lösen

Ein neuer Bericht zeigt auf, wie sich eine flexible Nachfragesteuerung das wachsende Energieungleichgewicht in Deutschland verringern könnte. Industrielle Verbraucher in den süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg sehen sich zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert, während die Windkraftkapazitäten weiterhin vor allem im Norden konzentriert sind. Die nun auch auf Englisch verfügbare Studie untersucht Möglichkeiten, den Strombedarf ohne zusätzliche Kosten anzupassen.

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Süddeutschland ist stark industriell geprägt – Fabriken verzeichnen hier fast 30 Prozent des gesamten Stromverbrauchs des Landes. Zu Spitzenzeiten erreicht die Nachfrage in der Region etwa 25 Gigawatt (GW). Doch mit der Abschaltung älterer Kraftwerke fällt es der Region zunehmend schwer, die wegfallende Erzeugung zu ersetzen und gleichzeitig den steigenden Bedarf zu decken.

Das Thinktank Agora Energiewende schlägt vor, dass eine flexiblere Nachfragesteuerung Abhilfe schaffen könnte. Mehr als 1 GW industrieller Leistung in diesen Bundesländern ließe sich demnach vorübergehend anpassen, sofern finanzielle Anreize eine Kosteneinsparung von über fünf Prozent bieten. Auch private Haushalte könnten eine Rolle spielen: Allein durch Kühlschränke ließe sich eine potenzielle Verschiebung von 1,3 GW erreichen.

Fachleute argumentieren, dass eine solche Nachfragebalance die Belastung des Stromnetzes verringern würde. Durch die Anpassung der Verbrauchsmuster könnte die Industrie den Umstieg auf volatile erneuerbare Energien wie Wind- und Solarstrom unterstützen. Dieser Ansatz könnte zudem teure Infrastrukturausbauten überflüssig machen und sich als kostenneutrale Lösung erweisen.

Der Bericht betont die Notwendigkeit einer besseren Koordination zwischen Stromangebot und -nachfrage. Fabriken in Süddeutschland könnten durch eine Verschiebung ihres Verbrauchs in Spitzenzeiten den Netzdruck mindern. Bei flächendeckender Umsetzung könnten diese Maßnahmen helfen, die Kluft zwischen den norddeutschen Windparks und dem Energiebedarf im Süden zu überbrücken.

Quelle