Feuerwehr-Einsatztest: Wenn der Atemschutz zur körperlichen Grenzerfahrung wird

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Eine Gruppe von Feuerwehrleuten in voller Ausrüstung, einschließlich Helmen und Sauerstoffzylindern, arbeitet an einem Flugzeug während eines Trainingsübungs, mit verschiedenen Gegenständen und Lichtern im Hintergrund.Admin User

Feuerwehr-Einsatztest: Wenn der Atemschutz zur körperlichen Grenzerfahrung wird

Jedes Jahr müssen sich die Berufsfeuerwehrleute in Esslingen einem kräftezehrenden Fitnesstest unterziehen, um zu beweisen, dass sie den Anforderungen des Einsatzdienstes gewachsen sind. In dieser Woche nahm Marcel Meier vom Oberbürgermeisteramt an der jährlichen Atemschutz-Belastungsübung teil. Die Prüfung bringt die Teilnehmer an ihre körperlichen Grenzen – in voller Schutzkleidung und mit Atemschutzgeräten, die bis zu 25 Kilogramm wiegen.

Der Test besteht aus drei anspruchsvollen Übungen: Zuerst müssen die Feuerwehrleute 30 Meter auf einer Endlosleiter erklimmen. Anschließend folgt ein 200-Meter-Lauf bergauf auf dem Laufband. Den Abschluss bildet zwei Minuten lang Radfahren bei einem Widerstand von 120 Watt – alles mit der schweren Ausrüstung. Meier absolvierte alle Stationen, doch die Leiter war für ihn die größte Herausforderung. Er beschrieb das Erlebnis als einen plötzlichen Wechsel von null auf volle Belastung.

Die Belastungsübung ist nur ein Teil eines ganzen Trainingstags. Die Feuerwehrleute üben zudem medizinische Notfall-Szenarien und besuchen Theorieeinheiten. Andreas Gundl, Leiter der Sondergefahren-Einheit, betonte, dass der Test weit weniger intensiv sei als reale Einsätze, bei denen die Kräfte oft zusätzliches Equipment wie Schläuche und Äxte tragen – was das Gewicht um weitere 40 Kilogramm erhöht.

Die Esslinger Feuerwehr rückte 2021 zu 970 Einsätzen aus und stellte damit einen Rekord auf – und das ohne größere Unwetter. Alle 60 Berufsfeuerwehrleute der Stadt müssen diesen Test jährlich bestehen, wobei bei einem Durchfallen eine Nachprüfung erlaubt ist. Ähnliche Fitness-Checks gelten bundesweit für Träger von Atemschutzgeräten der Gruppe 3, auch wenn keine genauen Zahlen vorliegen.

Meier bestand die Prüfung erfolgreich und kündigte an, im nächsten Jahr wieder teilzunehmen. Die jährliche Belastungsübung stellt sicher, dass die Feuerwehrleute körperlich in der Lage sind, auch unter extremen Bedingungen Einsätze zu bewältigen. Angesichts der hohen Alarmierungsrate der Abteilung unterstreicht der Test die Bedeutung von Spitzenfitness für den Ernstfall.