"Falsche Bewegung": Warum Wim Wenders seinen Film nach 49 Jahren zurückzog
Luisa Brandt"Falsche Bewegung": Warum Wim Wenders seinen Film nach 49 Jahren zurückzog
Eine aktuelle Debatte hat die Diskussion über den Umgang mit älteren Filmen und Büchern neu entfacht, deren Inhalte heute als inakzeptabel gelten. Die Aufführung von Wim Wenders’ Film „Falsche Bewegung“ aus dem Jahr 1975 im Frankfurter Filmmuseum im März brachte diese Fragen erneut in den Fokus.
Der Film zeigt Nastassja Kinski in einer halb nackten Szene, als sie erst 13 Jahre alt war. Jahrelang hatte sie sich dafür eingesetzt, die Szene entfernen zu lassen, erhielt aber erst breitere Unterstützung, nachdem Regisseur Wim Wenders ihre Bitte öffentlich abgelehnt hatte. Nach der Debatte entschuldigte sich Wenders bei Kinski und zog den Film aus dem Verkehr.
Auch Brooke Shields äußerte sich rückblickend über ihr Unbehagen, ihre Rolle als 11-jährige Kinderprostituierte in „Pretty Baby“ rechtfertigen zu müssen, und bezeichnete den Film als „unmoralisch“. Natalie Portman, Dakota Fanning und Kirsten Dunst teilten ähnliche Bedenken über frühere Rollen und betonten die Notwendigkeit professioneller Standards und Respekt am Set. Jodie Foster hingegen sprach stets mit Humor und Leichtigkeit über ihre Kinderrolle in „Taxi Driver“.
Die Diskussion um „Falsche Bewegung“ verlief anders als die Skandale um Persönlichkeiten wie Konstantin Wecker oder Roman Polański. Einige plädierten dafür, Filme so zu bearbeiten, dass problematische Inhalte entfernt werden, ohne das Werk in seiner Gesamtheit zu beschädigen. Andere bestanden auf der Bewahrung der Originalfassung.
Die Debatte wirft die Frage auf, wie mit dem problematischen Erbe älterer Kunstwerke umgegangen werden soll. Wenders’ Entscheidung, den Film zurückzuziehen, stellt eine bedeutende Reaktion auf die geäußerten Bedenken dar. Die Diskussion darüber, wie künstlerische Bewahrung und ethische Maßstäbe in Einklang zu bringen sind, geht weiter.






