Erlangen verbietet sexistische Lieder beim Bergkirchweih-Fest 2024
Erlangen unternimmt Schritte, um das diesjährige Bergkirchweih-Fest frei von Diskriminierung zu gestalten
Mit fast einer Million erwarteter Besucher hat die Stadt Erlangen einen Index mit Liedern erstellt, die als sexistisch oder beleidigend eingestuft werden. Der Schritt folgt Beschwerden über aggressives Verhalten und problematische Songtexte bei früheren Veranstaltungen.
Schon 2021 hatte der Erlanger Stadtrat – unterstützt von CSU, Linken und SPD – beschlossen, Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ während des Bergkirchweih-Fests zu verurteilen. Auslöser waren Vorfälle wie der einer Frau, die angab, während des Festes 2022 von Männern „begrapscht“ worden zu sein. Sie kritisierte zudem die gespielten Lieder.
Die Stadtverwaltung hat nun mehrere klassische Partyhits auf eine Liste „sexistischer“ Songs gesetzt, die vermieden werden sollen. Darunter befinden sich Titel von Künstlern wie Mickie Krause und Peter Wackel sowie der Kultsong Skandal im Sperrbezirk – allesamt wegen ihrer Texte. Die Zusammenstellung erfolgte durch die Gleichstellungsbeauftragten der Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck.
Trotz der Einschränkungen betonen die Verantwortlichen, es gehe nicht um ein Verbot oder eine „Kulturkampf“-Debatte. Vielmehr solle Besuchern, die anstößige Texte meiden möchten, entgegengekommen werden. Dennoch zeigen sich manche Wirte skeptisch, und einige Künstler äußern Vorbehalte, in Deutschland aufzutreten, angesichts zunehmender Einschränkungen bei Songtexten.
Das Bergkirchweih-Fest wird mit einem verstärkten Fokus auf Inklusion stattfinden. Die Organisatoren wollen eine willkommene Atmosphäre für alle Gäste schaffen – doch die Diskussionen über künstlerische Freiheit und Zensur bleiben bestehen. Die Haltung der Stadt spiegelt eine breitere Debatte über angemessene Inhalte bei öffentlichen Veranstaltungen wider.






