20 April 2026, 04:08

DigitalPakt 2.0 scheitert an maroden Schulen und leeren Versprechungen

Eine Gruppe von Menschen in Masken, die Schilder und Plakate halten, protestiert vor einem Gebäude mit Glaswänden und -türen, wobei Kameras und ein Hund unten zu sehen sind.

DigitalPakt 2.0 scheitert an maroden Schulen und leeren Versprechungen

Deutschlands DigitalPakt 2.0 gerät in die Kritik – zu wenig für die Bildung

Der DigitalPakt 2.0 steht in der Kritik, weil er den Bildungsbedarf des Landes nicht deckt. Der mit 5 Milliarden Euro ausgestattete Fonds, der bis 2030 laufen soll, gilt Beobachtern als unzureichend – sie verweisen auf tiefgreifendere strukturelle Probleme. Unterdessen fordert der Deutsche Philologenverband (DPhV) dringende Änderungen bei der Verwendung der Mittel.

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Der DPhV übt scharfe Kritik an der Handhabung des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität durch die Bundesregierung. Wie der Verband betont, ersetzten die im Jahr 2025 aufgenommenen Kredite weitgehend bestehende Ausgaben, statt neue Investitionen zu finanzieren. Zwei Wirtschaftsforschungsinstitute, das IW Köln und das ifo Institut, bestätigten diese Einschätzung: Ein Großteil der Schulden floss demnach nicht in zusätzliche Projekte.

Doch genau das verlangt Artikel 143h des Grundgesetzes – das Sondervermögen darf nur für zusätzliche Investitionen verwendet werden. Der DPhV wirft der Regierung vor, diese Regel 2023 missachtet zu haben. Statt Fortschritten kämpfen Schulen weiterhin mit maroden Gebäuden und jahrelang aufgeschobenen Sanierungen.

Laut Schätzungen der KfW-Bankengruppe beläuft sich der Sanierungsstau bei Schulgebäuden allein auf 67,8 Milliarden Euro. Der DPhV hatte gefordert, mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Fonds für Sanierungen, Modernisierungen und digitale Aufrüstung bereitzustellen. Die Bundesvorsitzende, Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, warnte, dass die jüngere Generation die Schulden erben werde, ohne im Gegenzug bessere Schulen vorzufinden.

Der Verband pocht nun auf ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer. Das Geld müsse streng an konkrete Maßnahmen geknüpft werden – etwa an Schulneubauten, Ausstattung und Digitalisierung. Ohne verbindliche Vorgaben drohe eine erneute Zweckentfremdung der Mittel.

Die Forderungen des DPhV offenbaren eine Kluft zwischen versprochenen Investitionen und tatsächlichen Verbesserungen. Angesichts eines Sanierungsbedarfs von 67,8 Milliarden Euro allein für Schulgebäude bleibt die aktuelle Förderung weit hinter den Erfordernissen zurück. Die Debatte dreht sich nun darum, ob künftige Mittel zielgerichteter eingesetzt werden – oder ob die Schulen weiter chronisch unterfinanziert bleiben.

Quelle