Deutschland droht Milliardenloch im Haushalt ab 2027 durch Energiekrise und schwache Konjunktur
Luisa BrandtDeutschland droht Milliardenloch im Haushalt ab 2027 durch Energiekrise und schwache Konjunktur
Deutschlands Bundeshaushalt steht vor einem Fehlbetrag in Höhe von zehntausenden Millionen Euro ab 2027
Die Krise folgt auf drastische Abwärtskorrekturen der Wachstumsprognosen, ausgelöst durch den Energieschock nach dem Iran-Krieg. Führende Politiker fordern nun drastische Kürzungen und strukturelle Reformen, um die öffentlichen Finanzen zu stabilisieren.
Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre BIP-Prognose für 2026 von 1,3–1,4 Prozent auf nur noch 0,6 Prozent gesenkt; für 2027 wird nun ein Wachstum von 0,9 Prozent erwartet – 0,4 Prozentpunkte weniger als bisher angenommen. Auch die Bundesregierung hat ihre Schätzung für 2025 von 1,1 auf magere 0,3 Prozent nach unten korrigiert.
Der Energieschock nach Oktober 2023 ließ die Konjunkturerwartungen einbrechen. Die Institute rechnen für dieses Jahr nur noch mit einem Wachstum von 0,6 Prozent – halb so viel wie zuvor prognostiziert. Die Regierung selbst reduzierte ihre Prognose für 2025 von 1,1 auf 0,3 Prozent, was die allgemeine Unsicherheit widerspiegelt.
CDU/CSU fordert strikten Sparkurs und Reformen
Christian Haase, haushaltspolitischer Sprecher der CDU/CSU, verlangte einen konsequenten Sparplan, um die finanzielle Handlungsfähigkeit des Staates zu erhalten. Er unterstützte zwar Finanzminister Lars Klingbeils Ansatz, allen Ministerien Sparquoten vorzugeben, warnte jedoch, dass dies allein die Milliardenlücken nicht schließen werde. Haase betonte, gezielte Reformen seien nötig, um den Wohlstand angesichts globaler Krisen und schwacher Konjunktur zu sichern.
Matthias Middelberg, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU, forderte, längst überfällige Reformen endlich umzusetzen. Er schlug vor, Förderprogramme und Subventionen zu kürzen sowie Sozialleistungen zu überprüfen, um den Haushalt zu entlasten. Zusätzliche Einnahmen könnten auch durch höhere Tabaksteuern generiert werden, so Middelberg.
Beide Politiker waren sich einig: Ohne entschlossenes Handeln werde der Haushaltsfehlbetrag Deutschlands Fähigkeit gefährden, künftige Herausforderungen zu bewältigen.
Regierung unter Druck: Kürzungen und Reformen vor 2027 nötig
Die Bundesregierung steht unter Zugzwang, noch vor 2027 umfassende Einschnitte und Reformen durchzusetzen. Zwar wurden bereits Sparvorgaben eingeführt, doch werden tiefgreifendere Maßnahmen diskutiert – etwa der Abbau von Subventionen oder Steuererhöhungen. Die Wirtschaftsschwäche und die Energiekrise lassen den politischen Spielraum für eine Haushaltskonsolidierung immer enger werden.






