Bremens skurriles Eiswetten-Ritual: Warum der Schneider immer scheitert

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Ein Fluss mit weißen Booten, ein Zug auf einer Brücke rechts, Gebäude, Bäume, Lichter und Wolken im Hintergrund.Admin User

Wette auf Kohl - Ist die Weser zugefroren? - Bremens skurriles Eiswetten-Ritual: Warum der Schneider immer scheitert

Jeden Januar findet in Bremen eine skurrile Tradition statt. Alles begann im Jahr 1829, als 18 Kaufleute wetteten, ob die Weser bis Anfang Januar zufrieren würde. Die Wette, die mittlerweile über 190 Jahre alt ist, zieht noch immer Scharen von Zuschauern an – und endet stets auf dieselbe Weise.

Im Mittelpunkt steht ein Schauspieler, verkleidet als Schneider. In diesem Jahr übernimmt Gerd Siegmund die Rolle. Seine Aufgabe: zu prüfen, ob die Weser tatsächlich zugefroren ist, indem er versucht, sie mit einem glühenden Bügeleisen zu überqueren.

Seit Jahrzehnten gelingt dem Schneider das Unterfangen nie. Statt zu Fuß hinüberzugehen, muss er sich von Rettungskräften der Seenotretter per Boot ans andere Ufer bringen lassen. Das Urteil fällt jedes Mal gleich aus: „De Werser geiht!“ („Die Weser fließt!“). Trotz des vorhersehbaren Ausgangs bleibt die Veranstaltung eine beliebte Tradition.

Rund 800 Gäste versammeln sich am dritten Samstag im Januar im Congress Centrum Bremen zum „Eiswetten-Festmahl“. Die Verliererseite muss ein gemeinsames Mahl aus Grünkohl und Pinkel – einer norddeutschen Grützwurst – spendieren. Die Tradition dient zudem einem guten Zweck: Jährlich kommen Spenden für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zusammen.

Seit 1829 wird die Wette fast jedes Jahr erneuert. Auch wenn der Schneider noch nie gewonnen hat, bringt das Ereignis die Menschen zusammen. Das Festmahl, die Spenden und das spielerische Ritual halten Bremens ungewöhnliche Tradition am Leben.