Boris Palmer verlässt die Grünen – und bleibt doch ein Provokateur

Admin User
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Ein weißes Auto bewegt sich in der Mitte des Bildes, mit grünen Pflanzen auf der linken Seite.

Boris Palmer verlässt die Grünen – und bleibt doch ein Provokateur

Boris Palmer hat nach Jahren der Kontroversen die Grünen verlassen. Sein Austritt erfolgte nach einem Parteiausschlussverfahren wegen angeblich rassistischer Äußerungen, darunter die Verwendung des "N-Worts". Nun behauptet er, sich befreit zu fühlen – endlich entkommen dem, was er als unerbittliche Kritik innerhalb der Partei beschreibt.

Der ehemalige Tübinger Oberbürgermeister nannte seinen Rückzug die "schwerste Entscheidung meines Lebens". Dennoch bleibt er lautstark in seinen Ansichten und besteht darauf, dass das Verbot bestimmter Wörter Wähler in die Arme extremistischer Gruppen treibe.

Palmers Austritt folgte auf eine Suspendierung wegen des Vorwurfs rassistischer Bemerkungen. Parteivertreter leiteten ein Disziplinarverfahren ein und nannten seine wiederholte Verwendung des "N-Worts" als zentrales Problem. Trotzdem verteidigt er weiterhin seine Haltung und argumentiert, eine moralisierende Sprachpolitik führe nur zur Entfremdung der Menschen.

Kritik übt er auch an der grünen Fokusverschiebung hin zu Gender- und Identitätspolitik. Sein Vorwurf: Damit schwäche die Partei ihre ökologische Kernaufgabe. Umfragewerte und die kurze Zeit der Grünen in der Bundesregierung bestärken ihn in seiner Skepsis.

Doch Palmer bleibt überzeugt, dass ökologischer Fortschritt am besten von innen heraus gelinge – aus den Reihen der Grünen. Er lässt sogar eine Rückkehr offen und erklärt, er würde bei Gelegenheit wieder eintreten. Sein Abschied fällt in eine Phase der Neuaufstellung der Partei vor der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg, wo nach Winfried Kretschmanns Rückzug nun Cem Özdemir die Kampagne anführt.

Beim Umgang mit umstrittenen Begriffen zieht Palmer Parallelen zwischen dem "N-Wort" und dem "Z-Wort". Die Forderung nach einem Tabuisieren von Wörtern lehnt er ab und hält solche Einschränkungen für überflüssig. Seine Thesen sorgen weiterhin für Aufmerksamkeit – selbst nach seinem Parteiaustritt.

Palmers Abgang markiert das Ende eines langen und zermürbenden Kapitels mit den Grünen. Seine Kritik an der Ausrichtung der Partei und seine Weigerung, bestimmte Begriffe aufzugeben, bleiben umstritten. Unterdessen bereiten sich die Grünen mit neuer Führung auf die Landtagswahl 2026 vor – ohne ihn.