Blutdruckmittel Nitrendipin bleibt knapp – wann gibt es Entwarnung für Patienten?
Miriam WolfBlutdruckmittel Nitrendipin bleibt knapp – wann gibt es Entwarnung für Patienten?
Patienten leiden unter Lieferengpässen bei Nitrendipin – ein gängiges Blutdruckmittel
Seit dem letzten Sommer kämpfen Patienten, die auf Nitrendipin angewiesen sind, ein verbreitetes Blutdruckmedikament, mit Versorgungsengpässen. Die Lieferprobleme betreffen mehrere Hersteller und Dosierungsformen und verschärfen die ohnehin angespannte Arzneimittelsituation in Deutschland. Behörden und Pharmaunternehmen geben nun Auskunft darüber, wann mit einer Normalisierung der Bestände zu rechnen ist.
Nitrendipin gehört zur Gruppe der Kalziumkanalblocker. Diese Medikamente wirken, indem sie den Kalziumeinstrom in die Zellen hemmen, was zur Entspannung der Arterien und damit zur Kontrolle des Blutdrucks beiträgt. Sie werden häufig bei Bluthochdruck (Hypertonie) verschrieben, dürfen jedoch nicht bei Patienten mit Herzinsuffizienz oder nach einem frischen Herzinfarkt eingesetzt werden.
Betroffen von den Engpässen sind sowohl die 20-Milligramm- als auch die 10-Milligramm-Tabletten. Die Unternehmen Ratiopharm und Aliud Pharma erwarten, dass die 20-mg-Tabletten bis Ende März wieder verfügbar sein werden. Der Hersteller AbZ rechnet damit, die Lieferungen bis Ende Mai wiederaufnehmen zu können. Bei der 10-mg-Variante könnte die Verfügbarkeit je nach Hersteller zwischen Ende März und Mitte April zurückkehren.
Der Pharmahersteller Aristo meldet jedoch deutlich längere Verzögerungen. Die Knappheit bei der 20-mg-Dosis von Nitrendipin ist auf Produktionsprobleme zurückzuführen – eine Lösung wird hier erst Ende 2026 erwartet. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Nitrendipin offiziell in seine Liste der gemeldeten Arzneimittelengpässe aufgenommen.
In der Zwischenzeit greifen Ärzte auf Alternativen wie Amlodipin und Lercanidipin zurück. Diese zählen zu den am häufigsten eingesetzten Kalziumkanalblockern, wenn Nifedipin-ähnliche Präparate nicht verfügbar sind.
Die anhaltenden Lieferengpässe verdeutlichen die größeren Herausforderungen in den Arzneimittellieferketten, insbesondere bei älteren, aber unverzichtbaren Medikamenten. Patienten und medizinisches Personal müssen die Updates der Hersteller genau verfolgen, während diese an einer vollständigen Wiederherstellung der Verfügbarkeit arbeiten. Bis dahin bleiben alternative Therapien die primäre Lösung zur Behandlung von Bluthochdruck bei betroffenen Patienten.






