Berlin startet historische Strategie gegen Queerfeindlichkeit und für mehr Sicherheit
Luisa BrandtBerlin startet historische Strategie gegen Queerfeindlichkeit und für mehr Sicherheit
Berlin hat eine neue Strategie zur Verbesserung der Sicherheit queerer Menschen in der gesamten Stadt angekündigt. Der Plan ist eine Reaktion auf den besorgniserregenden Anstieg queerfeindlicher Straftaten – allein im vergangenen Jahr wurden 588 Vorfälle registriert. Mit einer Reihe gezielter Maßnahmen sollen öffentliche Räume, Veranstaltungen und digitale Umgebungen sicherer werden.
Die «Berliner Landesstrategie für queere Sicherheit und gegen Queerfeindlichkeit» umfasst 40 Einzelmaßnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt. In jedem Bezirk entstehen Beratungsstellen, die Betroffenen Unterstützung bei Diskriminierungserfahrungen bieten. Zudem wird der Schutz in Risikobereichen wie Parks und bekannten Treffpunkten verstärkt.
In Parks könnten Notrufstationen eingerichtet werden, um schnelle Hilfe zu ermöglichen. Die Stadt will auch die Sicherheit bei Veranstaltungen verbessern – von großen Kundgebungen bis hin zu kleineren Community-Treffen. Eine spezielle Einheit widmet sich der Bekämpfung von Queerfeindlichkeit im Netz, wo Hetze oft ungehindert verbreitet wird.
Polizei und Sicherheitskräfte erhalten erweiterte Schulungen, um das Bewusstsein für queerspezifische Themen zu schärfen. Neue Schulgebäude werden mit geschlechtsneutralen Duschen und Toiletten ausgestattet, um inklusivere Räume für Schüler:innen zu schaffen. Berlin ist das erste Bundesland, das einen derart umfassenden Aktionsplan für die Sicherheit queerer Menschen vorlegt.
Die Strategie ist eine direkte Antwort auf die Zunahme gewalttätiger Übergriffe – 2023 wurden 127 körperliche Angriffe dokumentiert. Zwar sind die Maßnahmen angekündigt, doch bisher noch nicht umgesetzt. Bei vollständiger Umsetzung könnte der Plan queeren Communities in Berlins öffentlichem und digitalem Raum besseren Schutz bieten.






