Bätzing fordert Kurswechsel: Kirche soll auf engagierte Gläubige setzen
Bischof Bätzing ruft nach mehr inspirierenden Geschichten - Bätzing fordert Kurswechsel: Kirche soll auf engagierte Gläubige setzen
Limburger Bischof Georg Bätzing hat die katholische Kirche aufgefordert, sich stärker auf positive Entwicklungen zu konzentrieren statt auf negative Trends. Sein Appell kommt zu einer Zeit, in der Umfragen zeigen, dass viele junge Katholiken in Deutschland ihrer Kirche treu bleiben, während das allgemeine Interesse an Nachrichten aufgrund ihres düsteren Tons nachlässt.
Bätzing verwies auf erfolgreiche Projekte in ganz Europa und schlug vor, die Art und Weise zu überdenken, wie die Kirche ihren Einfluss misst – indem sie engagierte Gläubige in den Vordergrund stellt statt bloßer Mitgliederzahlen.
In einer kürzlichen Stellungnahme nannte Bätzing mehrere ermutigende Beispiele innerhalb der Kirche. Im Bistum Rottenburg-Stuttgart habe sich ein Modell für ehrenamtliche Seelsorger bewährt. Gleichzeitig habe das Erzbistum München und Freising im Rahmen des Projekts Synodale Kirche partizipative Strukturen erfolgreich eingeführt. Solche Initiativen, so Bätzing, zeigten, wie lokale Engagementprozesse Glaubensgemeinschaften stärken könnten.
Er erwähnte zudem ein kirchliches Flüchtlingsprogramm, in dem Freiwillige jungen Geflüchteten halfen, eine duale Berufsausbildung abzuschließen und eine feste Anstellung zu finden. Solche Projekte, betonte er, belegten die Fähigkeit der Kirche, greifbare und positive Veränderungen zu bewirken. Über Deutschland hinaus verzeichnet Frankreich einen bemerkenswerten Anstieg an Erwachsenentaufen – ein Zeichen für erneuertes Interesse am Glauben. In der Heimat zeigt eine Umfrage aus dem Jahr 2023, dass sich mehr als die Hälfte der jungen deutschen Katholiken erneut für den Verbleib in der Kirche entscheiden würde. Dennoch räumte Bätzing ein, dass es einen übergeordneten Trend gebe: Immer mehr Menschen meiden Nachrichten bewusst, da diese ihr Wohlbefinden beeinträchtigten. Seine Lösung? Ein Perspektivwechsel. Statt sich auf sinkende Mitgliederzahlen zu fixieren, solle die Kirche bei ihren überzeugten Gläubigen ansetzen und von dort aus wachsen – wobei Erfolg nicht an der Gesamtzahl, sondern an der Stärke des Engagements gemessen werde.
Bätzings Äußerungen fallen in eine Zeit, in der sowohl die Kirche als auch die Medien mit Herausforderungen bei der Bewahrung öffentlichen Vertrauens kämpfen. Zwar mögen traditionelle Kennzahlen ein düsteres Bild zeichnen, doch sein Fokus auf lokale Erfolge und aktive Teilhabe bietet einen alternativen Ansatz. Der Anstieg der Erwachsenentaufen in Frankreich und die Verbundenheit junger deutscher Katholiken deuten darauf hin, dass der Glaube für viele nach wie vor eine feste Entscheidung bleibt.
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