28 April 2026, 00:13

Bartsch lehnt Kreditpläne für Militäretat im Iran-Konflikt strikt ab

Deutsches Auslandsdarlehen-Zertifikat aus dem Jahr 1924 mit einer Frauendarstellung, bedruckt mit Text und numerischen Denominationen auf altem Papier.

Bartsch lehnt Kreditpläne für Militäretat im Iran-Konflikt strikt ab

Dietmar Bartsch, haushaltspolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, lehnt einen Vorschlag zur Aufnahme zusätzlicher Kredite als Reaktion auf den Krieg im Iran entschieden ab. Der von SPD-Chef Matthias Miersch eingebrachte Plan sieht vor, die Schuldenbremse für Militärausgaben auszusetzen, während sie in anderen Bereichen weiterhin gelten soll. Bartsch warnt, dieser Ansatz berge die Gefahr, Mittel von dringend notwendigen Reformen abziehen und die finanzielle Fehlsteuerung weiter verschärfen zu können.

Der Politiker betont, dass eine Lockerung der Kreditregeln für die Verteidigung zu höheren Rüstungsausgaben auf Kosten wichtiger Investitionen führen könnte. Als Aufsichtsperson über den Verteidigungshaushalt habe er erlebt, wie Milliarden verschwendet wurden. Seiner Meinung nach löse eine bloße Schuldenaufnahme ohne klares Ziel die grundlegenden Probleme nicht.

Bartsch kritisiert zudem die Handhabung der bestehenden Sondervermögen und behauptet, diese würden ohne echte strukturelle Veränderungen irgendwann aufgebraucht sein. Die bisherigen Schulden seien nicht effektiv für die versprochenen Reformen in den Bereichen Rente, Gesundheitswesen oder sozialen Zusammenhalt eingesetzt worden, so der Abgeordnete. Die aktuelle Situation stehe am Scheideweg – jetzt sei entschlossenes Handeln nötig, um eine weitere Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.

Zudem wirft er dem Bundeskanzler vor, seit dem Wahlkampf seine Haltung geändert zu haben. Als Oppositionsführer habe dieser noch strengere Haushaltsdisziplin versprochen, doch Bartsch sieht nun eine Diskrepanz zwischen diesen Zusagen und der aktuellen Politik. Zwar räumt er ein, dass Schulden nicht per se schlecht seien, doch müssten sie sinnvoll eingesetzt werden – und nicht als schnelle Lösung für jedes Problem dienen.

Bartschs Ablehnung des Kreditvorschlags unterstreicht die Sorgen über falsche finanzpolitische Prioritäten und verzögerte Reformen. Ohne strukturelle Änderungen, so seine Argumentation, würden die Sondervermögen erschöpft und der gesellschaftliche Zusammenhalt weiter leiden. Seine Warnungen verweisen auf eine grundsätzliche Debatte darüber, wie Deutschland militärische Erfordernisse mit langfristigen Investitionen in öffentliche Dienstleistungen in Einklang bringt.

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