Bargeld bleibt beliebt – doch Selbstbedienungskassen machen es Verbrauchern schwer
Ella HofmannBargeld bleibt beliebt – doch Selbstbedienungskassen machen es Verbrauchern schwer
Bargeldzahlungen stehen in Deutschland vor wachsenden Herausforderungen – trotz anhaltender Beliebtheit. Eine aktuelle Studie der Bundesbank zeigt, dass noch immer über die Hälfte der Alltagsgeschäfte mit Banknoten und Münzen abgewickelt wird. Dennoch warnen Verbraucherschützer, dass es in manchen Situationen zunehmend schwieriger wird, Geschäfte zu finden, die Bargeld akzeptieren.
Eine Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) aus dem Jahr 2023 ergab, dass 30 Prozent der Befragten in den vorherigen sechs Monaten Probleme hatten, in einem Café oder Laden mit Bargeld zu zahlen. Ein Grund dafür sind Selbstbedienungskassen, die oft nur Kartenzahlungen ermöglichen. Die Zahl dieser Terminals hat sich seit 2023 mehr als verdoppelt – aktuell sind laut EHI Retail Institute bundesweit 38.650 im Einsatz.
Die Bundesbank selbst führte jedoch Testkäufe durch und stellte fest, dass Bargeld in 98,7 Prozent der Fälle im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Dienstleistungssektor beim ersten Versuch akzeptiert wurde. Dies deutet darauf hin, dass Bargeld zwar nach wie vor weit verbreitet ist, bestimmte Situationen – wie automatisierte Kassen – aber Hürden schaffen.
Verbraucherschützer fordern, dass mögliche Einschränkungen von Bargeldzahlungen klar gesetzlich geregelt werden müssen. Dorothea Mohn, Finanzexpertin beim vzbv, warnt, dass eine abnehmende Bargeldakzeptanz Menschen ohne digitale Zahlungsmöglichkeiten ausschließen könnte. Zwar empfinden viele Kartenzahlungen oder mobiles Bezahlen als praktisch, doch betonen Verbraucherverteter, dass Bargeld eine gesicherte Option bleiben müsse.
Die Diskussion um die Bargeldakzeptanz hält an, während digitale Zahlungsmethoden weiter zunehmen. Zwar dominieren Banknoten und Münzen noch immer den Zahlungsverkehr, doch Selbstbedienungsterminals und einige Unternehmen reduzieren die Bargeldoptionen. Verbraucherschützer setzen sich dafür ein, dass Bargeld per Gesetz als zuverlässiges Zahlungsmittel für alle erhalten bleibt.






