07 April 2026, 20:12

Apotheken in Deutschland werden seltener – doch die meisten bleiben gut erreichbar

Apotheke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Wänden, an einer Straßenecke gelegen.

Apotheken in Deutschland werden seltener – doch die meisten bleiben gut erreichbar

Der Zugang zu Apotheken in Deutschland verändert sich, doch die meisten Menschen wohnen noch immer in der Nähe einer Filiale. Eine neue Analyse zeigt: Bis 2025 könnten fast alle Deutschen eine Apotheke mit dem Auto in maximal 15 Minuten erreichen. Allerdings muss eine kleine, aber wachsende Gruppe längere Wege zu Fuß in Kauf nehmen, um an ihre Medikamente zu kommen.

2025 könnten noch 99,9 Prozent der Bevölkerung eine Apotheke in höchstens 15 Autominuten erreichen – ein leichter Rückgang um 0,6 Prozentpunkte seit 2020. Nur etwa 73.000 Menschen (0,1 Prozent der Deutschen) bräuchten mit dem Auto länger als eine Viertelstunde, das sind 10.000 mehr als noch fünf Jahre zuvor.

Deutlich stärker verändert hat sich der Zugang zu Fuß: 2025 könnten nur noch 5,3 Prozent der Deutschen eine Apotheke innerhalb von fünf Minuten erreichen – 2020 waren es noch 6 Prozent. Gleichzeitig hätten rund 1,7 Millionen Menschen (2 Prozent der Bevölkerung) keine Apotheke mehr in 15 Gehminuten Entfernung, während dies 2020 noch für niemanden galt.

Die Schließungen folgen klaren Mustern und sind vor allem auf den Wettbewerb zwischen Apotheken und lokale Marktkräfte zurückzuführen. Dennoch liegt fast zwei Drittel der Arztpraxen noch immer eine Apotheke innerhalb von zehn Gehminuten. Über 90 Prozent der Praxen können eine Apotheke mit dem Auto in fünf Minuten oder weniger erreichen.

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Die Barmer, eine der größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands, hat für die Erkenntnisse eigene Daten ausgewertet. Unabhängig davon hat der GKV-Spitzenverband, der Dachverband der gesetzlichen Krankenversicherungen, eine Studie beim Iges-Institut in Auftrag gegeben. Beide Berichte bestätigen die gleichen Trends.

Der GKV-Spitzenverband drängt nun auf Reformen bei der Vergütung von Apotheken. Ziel ist es, die flächendeckende Versorgung auch dann zu sichern, wenn vor Ort weiter Apotheken schließen.

Die Daten deuten darauf hin, dass die Erreichbarkeit mit dem Auto zwar weiterhin gut ist, die Fußwege für manche jedoch länger werden. Die Krankenkassen betonen, dass das aktuelle System zwar die meisten Bedürfnisse abdeckt, fordern aber Änderungen, um den künftigen Zugang zu schützen. Die vorgeschlagenen Reformen sollen die finanziellen Belastungen abfedern, die hinter den Apotheken-Schließungen stehen.

Quelle