AfD feiert Rekord bei Landtagswahl in Baden-Württemberg trotz Skandal
Miriam WolfAfD feiert Rekord bei Landtagswahl in Baden-Württemberg trotz Skandal
Die rechtspopulistische AfD hat in Baden-Württemberg ihr bestes Ergebnis aller Zeiten erzielt und bei der jüngsten Landtagswahl 23 Prozent der Stimmen gewonnen. Dies bedeutet einen deutlichen Anstieg gegenüber den 9,7 Prozent, die die Partei 2021 erreichte. Der Zuwachs gelingt trotz eines kürzlichen Vetternwirtschaft-Skandals, der den Wahlkampf in den letzten Wochen überschattete.
Erstmals zog die AfD 2016 mit 15,1 Prozent der Stimmen in den Landtag ein und etablierte sich als stärkste Oppositionskraft. In den vergangenen fünf Jahren baute sie ihre Unterstützung kontinuierlich aus – besonders in westdeutschen Regionen wie Tuttlingen-Donaueschingen, wo sie diesmal 26,7 Prozent erreichte. Zwar übertrifft dieses Wachstum frühere Ergebnisse in Westdeutschland, bleibt aber hinter den typischen Werten der Partei in ostdeutschen Bundesländern zurück, etwa in Thüringen, wo sie oft über 30 Prozent kommt.
Der Wahlkampf verlief jedoch turbulent, nachdem Spitzenkandidat Markus Frohnmaier in eine Vetternwirtschaft-Affäre verwickelt wurde. Seine Abwesenheit beim offiziellen Wahlkampffinale verärgerte die Parteiführung, sodass die übliche Pressekonferenz nach der Wahl abgesagt wurde. Trotz der Kontroverse gelang es der AfD dennoch, Wähler zu mobilisieren – vor allem in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen, wo sie 23 Prozent der Stimmen holte.
Auch nach Berufen zeigte sich eine unterschiedliche Unterstützung: Während 34 Prozent der Arbeiter die AfD wählten, lag der Zuspruch bei Rentnern bei nur 13 Prozent. Auffällig ist, dass mittlerweile 47 Prozent der AfD-Wähler aus Überzeugung für die Partei stimmen – und damit die 42 Prozent übertreffen, die sie früher aus Enttäuschung über andere Parteien wählten.
Das Wahlergebnis festigt die Position der AfD als stärkste Oppositionspartei im baden-württembergischen Landtag. Mit einem Plus von acht Prozentpunkten seit 2021 konnte sie sowohl ehemalige Nichtwähler als auch frühere CDU-Anhänger gewinnen. Das Ergebnis spiegelt sowohl ihre wachsende Anziehungskraft als auch die Nachwirkungen interner Kontroversen wider.