13 March 2026, 06:08

Zoe Mayer im Kreuzfeuer: Wie ein Video die Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg sprengt

Drei Frauen in traditioneller Kleidung halten ein Schild mit der Aufschrift "Frauenwahlrecht: Die Frauen-Sozial- und politische Union" gegen einen hellblauen Himmel mit weißen Wolken.

Zoe Mayer im Kreuzfeuer: Wie ein Video die Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg sprengt

Drei Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg zieht sich der politische Sturm um die junge, linksgerichtete Politikerin Zoe Mayer weiter zusammen. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht ein geleaktes Video mit Mayer und Cem Özdemir, das Vorwürfe einer gezielten Diffamierungskampagne gegen den CDU-Politiker Manuel Hagel ausgelöst hat.

Die Auseinandersetzung hat an Schärfe gewonnen, da die CDU das Thema nun als Druckmittel in den laufenden Koalitionsverhandlungen nutzt. Mayer hingegen betont, ihr Handeln habe dem Ziel gedient, Sexismus in der Politik aufzuzeigen – nicht, den Wahlausgang zu beeinflussen.

Zoe Mayer, ausgebildete Wirtschaftsingenieurin mit Promotion, ist seit langem politisch aktiv und engagierte sich bereits mit 14 Jahren in sozialen Bewegungen. Inzwischen errang sie Direktmandate in Karlsruhe und saß im Agrarausschuss des Bundestags, wo sie mit Cem Özdemir zusammenarbeitete.

Das während des Wahlkampfs veröffentlichte Video löste scharfe Kritik der CDU aus. Parteispitzen warfen Mayer vor, an einer Schmierenkampagne gegen Manuel Hagel, CDU-Abgeordneter, mitgewirkt zu haben. Der ehemalige Ministerpräsident Günther Oettinger verurteilte die Vorgänge als "Moralpolizei", die es zu stoppen gelte.

Mayer sieht sich seitdem einer Welle der Anfeindungen ausgesetzt – mit Hunderten hasserfüllten E-Mails und beleidigenden Anrufen. Dennoch gibt sie sich kämpferisch und weigert sich, die Verantwortung für die Online-Angriffe auf Hagel zu übernehmen. Ihr Anliegen sei es gewesen, Sexismus in der Politik zu thematisieren, nicht die Wahl zu manipulieren.

Der Streit hat mittlerweile die Koalitionsgespräche erreicht, wo die CDU die Affäre als Verhandlungsmasse einsetzt. Mayer bleibt jedoch standhaft: Sie räumt zwar die Wirkung des Videos ein, verweist aber zugleich auf tiefere Machtstrukturen innerhalb der Partei.

Die Folgen des Videos halten die Spannungen in der baden-württembergischen Politik weiter am Köcheln. Mayers Weigerung, zurückzuweichen, hält die Debatte am Leben, während die CDU die Angelegenheit taktisch für die Koalitionsverhandlungen nutzt. Der Konflikt offenbart dabei die tieferen Gräben, die beide Seiten im Blick auf die Wahl 2026 trennen.