Wiener Festwochen: Rekordbesuch trotz polarisierender Inszenierungen
Die Wiener Festwochen endeten mit Höhen und Tiefen
Die Wiener Festwochen gingen mit einer Mischung aus Triumphen und Enttäuschungen zu Ende. Fast 196.000 Besucher:innen zählte das Festival – ein neuer Rekord. Zu den Highlights zählten die Auftritte von Patti Smith sowie Angélica Liddells beeindruckende Inszenierung von Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben.
Milo Raus Amtszeit als Festivalleiter war geprägt von kühnen Ansprüchen und durchwachsenen Ergebnissen. Sein Stück Republik der Götter bezeichnete er als die „größte Inszenierung aller Zeiten“ und als Weltpremiere. Die Produktion lief fünf Wochen lang, doch unter seiner Führung sank die Auslastung des Festivals kontinuierlich.
Rau sorgte zudem für Kontroversen, indem er soziopolitische Debatten um Figuren wie die selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco anheizte. Gleichzeitig blieben einige Produktionen hinter den Erwartungen zurück. Susanne Kennedys Parsifal und Nestervals Interpretation der Nibelungensaga erhielten vernichtende Kritiken.
Trotz der uneinheitlichen Resonanz setzten sich einige Publikumslieblinge durch. Die interaktive Performance Turn der Gob Squad bezog die Festivalbesucher:innen aktiv in ihr Partizipationstheater ein. Thorsten Lensings Dancing Idiots und Brigitta Muntendorfs Der Tag davor ernteten große Anerkennung. Auch Patti Smiths Veranstaltungen Mythen des Alltags und Pfingstspiel wurden gefeiert. Besonders stark besucht war die Eröffnungsveranstaltung auf dem Heldenplatz.
Mit Rekordbesucherzahlen und einigen herausragenden Aufführungen ging das Festival zu Ende. Während manche Produktionen enttäuschten, hinterließen andere wie Angélica Liddells Seppuku einen bleibenden Eindruck. Die Mischung aus Erfolg und Diskussion spiegelte das ambitionierte Programm wider.






