Warum Misstrauen gegen Institutionen Populisten wie Trump und die AfD stärkt
Noah FrankeWarum Misstrauen gegen Institutionen Populisten wie Trump und die AfD stärkt
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Misstrauen gegenüber Institutionen wächst. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie sich Skepsis gegenüber Staat, Medien und Wissenschaft verbreitet. Seine Erkenntnisse helfen, den Aufstieg populistischer Bewegungen und Figuren wie Donald Trump oder der deutschen AfD zu erklären.
El-Mafaalani zeigt, dass misstrauische Menschen oft eng verbundene Gruppen bilden. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" bestärken sich gegenseitig in ihren Überzeugungen, statt sich mit etablierten Institutionen auseinanderzusetzen. Durch digitale Plattformen können sich solche Gruppen erstmals in großem Maßstab vernetzen und organisieren.
Seine Arbeit macht deutlich, wie populistische Führer gezielt das Vertrauen in demokratische Systeme untergraben. Indem sie Gerichte, Wissenschaft und Medien angreifen, treiben sie Menschen zu Parteien wie der AfD – Organisationen, die liberal-demokratische Prinzipien offen ablehnen. Doch El-Mafaalani warnt: Allein die Schwächen der AfD aufzudecken, werde ihre Anhänger nicht zurück in die politische Mitte führen.
Der Soziologe kritisiert, dass aktuelle Strategien gegen Rechtspopulismus wirkungslos seien. Stattdessen schlägt seine Analyse neue Ansätze vor, um das Vertrauen in demokratische Institutionen wiederherzustellen.
El-Mafaalanis Forschung zeigt, wie sich Misstrauen heute verbreitet und verfestigt. Digitale Medien ermöglichen es skeptischen Einzelpersonen, einflussreiche Netzwerke zu bilden. Seine Arbeit liefert eine klarere Erklärung, warum traditionelle Gegenmaßnahmen scheitern – und was stattdessen funktionieren könnte.






