29 March 2026, 04:08

Verlorene Schulakten bei Umzügen: Eltern fordern bundesweite Schüler-ID gegen Bürokratie-Chaos

Eine Gruppe von Schülern marschiert in Berlin, hält eine bunt bemalte "Schüler für die Zukunft"-Plakette gegen eine Kulisse aus Gebäuden, Bäumen und Himmel.

Verlorene Schulakten bei Umzügen: Eltern fordern bundesweite Schüler-ID gegen Bürokratie-Chaos

Familienumzüge zwischen Bundesländern: Schulakten gehen verloren – Elternrat fordert bundesweite Schüler-ID

Familien, die innerhalb Deutschlands umziehen, erleben häufig erhebliche Probleme, wenn es um die Übermittlung der Schullaufbahnen ihrer Kinder geht. Inkompatible IT-Systeme und fehlende Datenaustauschmöglichkeiten führen dazu, dass Schüler:innen wochen- oder sogar monatelang keinen Zugang zu dringend benötigter Förderung erhalten. Der Bundeselternrat drängt nun auf die Einführung einer bundesweiten Schüler-Identifikationsnummer, um diese langjährigen Missstände zu beheben.

Das aktuelle System zwingt Familien dazu, sich durch zersplitterte Schullaufbahnunterlagen zu kämpfen, sobald sie in ein anderes Bundesland ziehen. Wichtige Angaben – etwa zu Förderbedarfen oder Lernfortschritten – gehen dabei häufig verloren oder werden nicht rechtzeitig weitergeleitet. Die Folge: Kinder erhalten nicht die Unterstützung, auf die sie einen gesetzlichen Anspruch haben, manchmal über längere Zeiträume hinweg.

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Anne-Karin Schaffrath, Vorsitzende des Ausschusses für weiterführende und mittlere Schulen im Bundeselternrat, bezeichnete die Situation als "inakzeptabel". Sie verwies auf Fälle, in denen Schüler:innen durchs Raster fallen, einfach weil ihre Akten nicht über Ländergrenzen hinweg ausgetauscht werden können.

Als Lösung schlägt der Elternrat eine einheitliche Schüler-Identifikationsnummer vor. Diese würde eine zentrale Dokumentation der schulischen Laufbahn jedes Kindes ermöglichen – abrufbar für berechtigte Lehrkräfte und Verwaltungsmitarbeiter:innen, unabhängig vom Standort. Der Rat betont jedoch, dass strenge Datenschutzbestimmungen gelten müssten, um sensible Informationen zu schützen.

Andere europäische Länder haben ähnliche Herausforderungen bereits bewältigt. In Deutschland wurden etwa Rahmenwerke wie DigCompEdu, ein Kompetenzmodell für digitale Bildung, eingeführt. Zudem zeigen gemeinsame Plattformen wie die Thüringer Schulcloud – entwickelt in Kooperation zwischen Thüringen, Niedersachsen und Brandenburg –, dass sichere, länderübergreifende Systeme funktionieren können. Eine bundesweite Schüler-ID würde diese Ansätze erweitern und sicherstellen, dass kein Kind aufgrund bürokratischer Hürden Unterstützung verliert.

Der Bundeselternrat argumentiert, dass eine solche ID Lücken in der schulischen Förderung verhindern und eine lückenlose Dokumentation des Lernfortschritts jedes Kindes ermöglichen würde. Sollte das System umgesetzt werden, wäre dies ein Wechsel von der bisherigen Zersplitterung auf Landesebene hin zu einem einheitlichen Ansatz. Ob es dazu kommt, hängt nun davon ab, ob die Politik den Vorschlag aufgreift und die notwendigen Datenschutzgarantien schafft.

Quelle