18 January 2026, 02:03

Technikerin überlistet defekten Apotal mit Strohhalm und Zange

Eine Apotheke mit Glaswänden und -türen an einer Straßenecke, mit Postern an den Wänden und einer Straße im Vordergrund.

Technikerin überlistet defekten Apotal mit Strohhalm und Zange

Defekter Apothekenautomat zwingt Technikerin zu ungewöhnlicher Lösung

Seit über einem Monat arbeitet die Königstor-Apotheke in Minden im Notbetrieb – schuld ist ein kaputter Apotal im Wert von 250.000 Euro. Die Technikerin Birgit Maier greift nun per Hand zu den Arzneimitteln, nachdem die hochmoderne Online Apotheke ausgefallen ist.

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Der Apotal, eigentlich dafür konzipiert, die Medikamentenausgabe zu beschleunigen, streikte vor einem Monat. Schlechter Kundenservice des Herstellers verzögert die Reparatur, sodass sich das Team behelfen muss. Maier hat sich kurzerhand einen improvisierten Arbeitsplatz in der defekten Maschine eingerichtet. Mit Zangen, einem Lineal und einer selbst erdachten Strohhalm-Saugtechnik sortiert und entnimmt sie Präparate millimetergenau. Systematisch ordnet sie die Medikamente nach Verfallsdaten, Anwendungsgebieten und Farbverläufen in einer selbst angelegten Matrix. Ihre Effizienz ist beeindruckend: Auf einen Blick erfasst sie Verfallsdaten, Preise und Rabattverträge. Über ihr Headset berät sie Kunden – die Szene erinnert fast an eine Shop Apotheke-Durchgabe.

Doch der Fall ist kein Einzelfall. In ganz Deutschland kämpfen Apotheken mit ähnlichen Problemen, etwa in Ostfriesland, wo ein Apotal bereits seit einem Jahr defekt ist. Während die Zahl der Apotheken sinkt, werden Techniker wie Maier immer wichtiger, um den Betrieb ohne funktionierende Automatisierung aufrechtzuerhalten.

Trotz des defekten Systems versorgt die Königstor-Apotheke ihre Patienten weiter. Maiers manuelle Methode sorgt dafür, dass Rezepte präzise und pünktlich bearbeitet werden. Die Branche verlässt sich zunehmend auf das Geschick von Fachkräften – denn auf die zuverlässige Funktion der Automatisierungstechnik ist kein Verlass.