Syrische Flüchtlinge: Warum Deutschland und Österreich weniger Asylanträge verzeichnen
Luisa BrandtSyrische Flüchtlinge: Warum Deutschland und Österreich weniger Asylanträge verzeichnen
Deutschland und Österreich verzeichnen starken Rückgang syrischer Flüchtlinge in diesem Jahr
2024 nahmen die beiden Länder 80 Prozent aller Syrer auf, denen in der EU Schutz gewährt wurde. Gleichzeitig sorgt eine umstrittene Praxis der Zurückweisung von Asylsuchenden an den Binnengrenzen für Kritik von Migrationsfachleuten.
Die Abweisung von Schutzsuchenden an Deutschlands Grenzen wurde erstmals 2015 von der rechtspopulistischen AfD vorgeschlagen. Mittlerweile werden Pushbacks in Richtung Österreich, Polen und Schweiz durchgeführt. Der Migrationsforscher Gerald Knaus verurteilte die Praxis als „symbolische Politik mit geringer praktischer Wirkung“.
Knaus argumentiert, dass die Zurückweisungen gegen EU-Recht verstoßen und keine nachhaltige Lösung darstellen. Zudem führt er den aktuellen Rückgang der Asylanträge in Deutschland vor allem auf Entwicklungen in Syrien zurück – nicht auf deutsche Maßnahmen. Trotz des Regierungsfokus auf Grenzkontrollen seien die Auswirkungen dieser Schritte minimal, so der Experte.
Deutschland und Österreich bleiben die wichtigsten Zielländer für syrische Flüchtlinge innerhalb der EU. Dennoch ist die Zahl der Asylanträge in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken.
Die Pushback-Politik steht weiterhin vor rechtlichen und ethischen Herausforderungen. Angesichts rückläufiger Ankunftszahlen bleibt die Debatte über ihre Wirksamkeit ungelöst. Fachleute wie Knaus betonen, dass langfristige Lösungen die Fluchtursachen bekämpfen müssten – und nicht allein auf Grenzabwehr setzen dürften.






