Stuttgart 21: Fünf weitere Jahre Verzögerung und 14,5 Milliarden Euro Kostenexplosion
Luisa BrandtStuttgart 21: Fünf weitere Jahre Verzögerung und 14,5 Milliarden Euro Kostenexplosion
Stuttgart 21: Bahnprojekt erleidet nächsten schweren Rückschlag
Die Deutsche Bahn hat eine weitere Verzögerung beim Großprojekt Stuttgart 21 bekannt gegeben: Die geplante Inbetriebnahme des unterirdischen Bahnhofs verschiebt sich um fünf Jahre – nun erst für 2031. Gleichzeitig sind die Kosten von ursprünglich 4,5 Milliarden Euro auf mittlerweile 14,5 Milliarden Euro explodiert.
Der Tiefbahnhof gilt als Kernstück von Stuttgart 21 und soll den alten Kopfbahnhof ersetzen. Doch der Bau stockt wegen gravierender technischer Probleme. So wurden über 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen fehlerhaft verlegt und müssen nun ausgetauscht werden. DB-Chefin Evelyn Palla führte die Verzögerungen auf die Komplexität der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens zurück.
Der politische Druck wächst, je länger sich das Projekt hinzieht. Anfang Juni forderte Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) eine schnellere Umsetzung. Stuttgart 21 ist seit Jahren umstritten – 2010 eskalierten Proteste sogar in Gewalt. Die Demonstrationen trugen damals maßgeblich zum Aufstieg der Grünen in der Region bei.
Der Erfolg der Partei bei der Landtagswahl 2011 beendete die 68-jährige Regierungszeit der CDU. Die Grünen wurden zweitstärkste Kraft – nicht zuletzt wegen ihrer Ablehnung von Stuttgart 21. Nach Fertigstellung soll das Projekt Platz für rund 6.000 neue Wohnungen schaffen.
Der unterirdische Bahnhof wird nun frühestens 2031 eröffnet – fünf Jahre später als geplant. Das Budget hat sich seit Projektbeginn mehr als verdreifacht. Bevor es weitergeht, müssen die Verantwortlichen nun die technischen Pannen und die explodierenden Kosten in den Griff bekommen.
