Streit um Elektroauto-Produktion legt Mercedes-Werk in Stuttgart lahm
Luisa BrandtStreit um Elektroauto-Produktion legt Mercedes-Werk in Stuttgart lahm
Am Mercedes-Benz-Werk in Stuttgart-Untertürkheim haben sich die Spannungen zugespitzt, nachdem sich Unternehmensführung und Betriebsrat in einem Streit über die Produktion von Elektrofahrzeugen gegenüberstehen. Der Konflikt droht den Betrieb zu beeinträchtigen, da der Betriebsrat ab dem 1. Juli die Genehmigung von Überstunden verweigert.
Das Werk, in dem rund 19.000 Menschen beschäftigt sind, steht nun vor einer ungewissen Zukunft im Rahmen des Umstiegs des Konzerns auf Elektroautos. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Elektroauto-Strategie von Mercedes-Benz und die Rolle des Standorts dabei. Der Betriebsrat pocht darauf, einen Anteil an der künftigen Elektrofahrzeug-Produktion zu sichern – darunter die Forderung, mindestens ein Elektromodell am Standort zu fertigen. Die Unternehmensführung hat jedoch bisher keine verbindlichen Zusagen für das Werk in Stuttgart-Untertürkheim gemacht.
Als Reaktion blockiert der Betriebsrat die Freigabe von Überstunden, ein Schritt, der die Produktion verlangsamen könnte. Ohne Garantien, so die Begründung, sei der langfristige Erhalt des Werks gefährdet. Gleichzeitig fordert die Geschäftsführung von den Beschäftigten Zugeständnisse, etwa die Teilnahme an Schulungsprogrammen außerhalb der regulären Arbeitszeit.
Der Streit spiegelt eine grundsätzliche Spannung in den Mercedes-Benz-Werken wider. An mehreren Standorten kämpfen Betriebsräte um einen größeren Anteil an Arbeitsplätzen in der Elektrofahrzeug-Herstellung. Das Unternehmen plant bis 2022 zehn neue vollelektrische Modelle auf den Markt zu bringen, doch die Produktionsstrategie bleibt umstritten. Die Pattsituation stellt das Werk Stuttgart-Untertürkheim vor eine schwierige Lage. Ohne Einigung könnte die Auslastung sinken – mit Folgen für Tausende Beschäftigte. Das Ergebnis der Verhandlungen wird voraussichtlich prägen, welche Rolle der Standort in der elektrischen Zukunft von Mercedes-Benz spielen wird.






