16 March 2026, 06:08

Streit um 100 neue A14-Lehrstellen: Gymnasien fühlen sich benachteiligt

Ein Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Klassenzimmers mit sitzenden und stehenden Menschen, mit Stangen, Lampen, einer Wanduhr und Text unten lesend "The School of Economics, London, England".

Streit um 100 neue A14-Lehrstellen: Gymnasien fühlen sich benachteiligt

Das Kultusministerium Baden-Württembergs hat Pläne vorgestellt, bis Mai 2026 Hundert neue Lehrstellen der Besoldungsgruppe A14 zu schaffen. Die Initiative soll die Aufstiegschancen für Lehrkräfte an weiterführenden Schulen verbessern, stößt jedoch bei Gymnasiallehrern auf scharfe Kritik. Gegner werfen der Landesregierung vor, längst überfällige Karrierefortschritte ungerecht von einem Schulbereich in einen anderen umzulenken.

Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) wirft dem Land vor, mit den Beförderungen ein "Budget-Taschenspielertrick" zu betreiben. Dem Verband zufolge werden die 203 für Berufsschulen vorgesehenen A14-Stellen – sowie weitere an Gemeinschaftsschulen – aus den bestehenden Kontingenten der Gymnasien abgezogen. In Regionen wie Karlsruhe sei dadurch nahezu ein ganzes Jahr an geplanten Beförderungen für Gymnasiallehrer gestrichen worden.

Nach aktuellem System beginnen Lehrkräfte in der Regel in der Besoldungsgruppe A13; der Aufstieg in A14 gilt als wichtiger Karriereschritt mit erweiterten Aufgaben. Die neue Regelung des Landes sieht vor, dass ein Teil dieser Beförderungen nun über schulinterne Antragsverfahren vergeben wird. Der PhV BW kritisiert jedoch, dass der Anspruch auf gleiche Aufstiegschancen für alle Schulformen weder ausreichend finanziert noch durchdacht sei.

Für Gymnasiallehrer verbleiben lediglich 81 A14-Stellen – obwohl viele seit Jahren auf ihre Beförderung warten. Der Verband warnt, die Umverteilung vertiefe die "systematische Unterfinanzierung" der Gymnasien, statt die Personalbedarfe gerecht zu lösen.

Der Streit offenbart die Spannungen bei der Verteilung von Aufstiegschancen im baden-württembergischen Schulsystem. Während 203 Stellen an Berufsschulen und zusätzliche Posten an Gemeinschaftsschulen auf Kosten der Gymnasienkontingente besetzt werden, wird die Wirkung der neuen Regelung genau beobachtet. Noch immer basiert das Vergabeverfahren auf einem Verwaltungsrahmen aus dem Jahr 2001 – doch die Rufe nach einer Reform werden immer lauter.

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