Staatsverschuldung explodiert: Jeder Deutsche schuldet über 30.000 Euro
Miriam WolfStaatsverschuldung explodiert: Jeder Deutsche schuldet über 30.000 Euro
Deutschlands Staatsverschuldung steigt rasant – auf über 30.000 Euro pro Kopf
In den vergangenen Jahren ist die deutsche Staatsverschuldung stark angestiegen: von 1,9 Billionen Euro auf über 2,5 Billionen Euro. Damit beläuft sich die Pro-Kopf-Verschuldung auf nahezu 30.000 Euro. Trotz strenger Schuldenregeln hat die Regierung Wege gefunden, große Vorhaben zu finanzieren.
Im März 2025 lockerte die Regierungskoalition die verfassungsmäßige Schuldenbremse, um bestimmte Ausgaben von den Kreditgrenzen auszunehmen. Dies ebnete den Weg für den Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) in Höhe von 500 Milliarden Euro, verteilt auf zwölf Jahre.
Der SVIK sieht 300 Milliarden Euro für Bundesinvestitionen in Straßen, Schienen, Energienetze und digitale Infrastruktur vor. Weitere 100 Milliarden Euro fließen in den Klimaschutz- und Transformationsfonds (KTF). Kritiker werfen der Regierung jedoch vor, dass ein Großteil der Mittel lediglich bestehende Haushaltspositionen umschichtet, statt echte Neuinvestitionen zu tätigen.
Bis Ende 2025 war erst ein Drittel der SVIK-Projekte in die Umsetzung gegangen, zwei Drittel befanden sich noch in der Planung. Von den für 2025 veranschlagten 37,2 Milliarden Euro wurden nur 24 Milliarden ausgegeben – über 13 Milliarden blieben ungenutzt. Dennoch waren bereits verbindliche Zusagen in Höhe von 87,6 Milliarden Euro für künftige Projekte getroffen worden.
Die Regierung prognostiziert, dass diese Investitionen das deutsche BIP kurzfristig um etwa einen halben Prozentpunkt steigern werden. Unabhängig davon sollen die Militärausgaben von 21,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 103,5 Milliarden Euro bis 2029 anwachsen.
Die Anpassung der Schuldenbremse ermöglicht zwar großangelegte Kreditaufnahmen für Infrastruktur und Klimaprojekte. Doch die meisten Mittel stecken noch in frühen Phasen, während die Auszahlungen hinter den Bewilligungen zurückbleiben. Die wirtschaftlichen Effekte dürften bescheiden ausfallen – während die langfristige Verschuldung weiter wächst.






