Spritpreise explodieren: Warum deutsche Autofahrer besonders stark zahlen müssen
Luisa BrandtSpritpreise explodieren: Warum deutsche Autofahrer besonders stark zahlen müssen
Spritpreise in Deutschland schnellen in die Höhe – Branche wehrt sich gegen Kritik
In den vergangenen Wochen sind die Spritpreise in Deutschland deutlich stärker gestiegen als in den Nachbarländern. Die Mineralölwirtschaft kontert nun die Vorwürfe und veröffentlicht eine "Realitätsprüfung", um nach eigenen Angaben falsche Vorstellungen über die Preisgestaltung und die Verantwortung für die drastischen Erhöhungen zu widerlegen.
Zwischen dem 23. Februar und dem 9. März 2026 kletterte der Dieselpreis in Deutschland um 43 Cent pro Liter – fast doppelt so viel wie der EU-Durchschnitt von 22 bis 38 Cent. Auch Superbenzin verteuerte sich um etwa 25 Cent pro Liter, während der Anstieg in der EU lediglich 11 bis 13 Cent betrug. Die Preissprünge führen dazu, dass Autofahrer in Deutschland deutlich mehr zahlen als in Frankreich, Italien oder den Niederlanden.
Der Branchenverband en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie betont, dass die Spritpreise sich an den globalen Produktmärkten orientierten und nicht allein von den Rohölkosten abhängen. Zudem wies der Verband darauf hin, dass Raffinerien und Tankstellen größtenteils unabhängig agierten, und wies Vorwürfe von Preisabsprachen zurück. Ein zentraler Kostentreiber bleiben jedoch die hohen Steuern und Abgaben: Sie machen etwa zwei Drittel des Benzinpreises und mehr als die Hälfte des Dieselpreises aus.
Unterdessen hat die Bundesregierung erste Maßnahmen ergriffen, um die Preisspirale zu bremsen. Aus dem Finanzministerium von Lars Klingbeil (SPD) heißt es, der Staat profitiere nicht von den Steigerungen. Wirtschaftsministerin Katerina Reiche (parteilos) warnt unterdessen vor möglichen Engpässen Ende April, falls sich die Lieferketten durch die Eskalation im Nahen Osten weiter verschärfen. Deutschlands Energiesteuern und CO₂-Abgaben zählen ohnehin zu den höchsten in der EU – eine zusätzliche Belastung für Autofahrer.
Die jüngsten Preisanstiege haben die Debatte um die Verantwortung von Industrie und Politik weiter angeheizt. Da Steuern und globale Marktentwicklungen die Kosten in die Höhe treiben, ist für Verbraucher vorerst keine Entlastung in Sicht. Gleichzeitig beobachten die Behörden die Versorgungsrisiken mit Sorge – die Spannungen im Nahen Osten könnten die Lage weiter destabilisieren.






