Söder lobt Merz als "Trump-Ass" und greift Ampelkoalitionen vor Landtagswahlen an
Ella HofmannSöder lobt Merz als "Trump-Ass" und greift Ampelkoalitionen vor Landtagswahlen an
CSU-Chef Markus Söder hat Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen außenpolitischen Kurs gelobt und ihn als "wichtigen Trumpf" in den deutsch-amerikanischen Beziehungen bezeichnet. Vor den anstehenden Landtagswahlen im März übt Söder zugleich scharfe Kritik an den aktuellen Ampelkoalitionen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg und wirbt für eine Rückkehr zu konservativen Mehrheiten.
Die Äußerungen fallen in eine Phase zunehmender Handelskonflikte: Die deutschen Exporte in die USA brachen Anfang 2025 um fast 8 Prozent ein, nachdem die USA neue Zölle verhängt hatten.
Söder bezeichnete Merz als "unseren Trump-Ass im Ärmel" und betonte, dessen Führung biete in unsicheren Zeiten Stabilität. Die politische Linke warf er Heuchelei vor – deren aktuelle Kritik an US-Zöllen ignoriere, dass sie selbst früher das Freihandelsabkommen TTIP blockiert habe. Noch unter der vorherigen Ampelregierung hatte Deutschland das EU-Mercosur-Abkommen vorangetrieben, das schrittweise Zölle abbaut – etwa durch eine 15-jährige Übergangsphase für Autozölle –, um sich gegen die Handelspolitik der USA und Chinas zu wappnen.
In Rheinland-Pfalz bezeichnete Söder die bestehende Koalition als "Ampel-Unsinn" und forderte in beiden Ländern einen "Neuanfang". Besonders in Baden-Württemberg, wo aktuell die Grünen den Ministerpräsidenten stellen, müsse die CDU ihre frühere Dominanz zurückgewinnen. Zudem kritisierte er die Außenpolitik der Vorgängerregierung als zu moralinsauer und plädierte für eine stärkere Orientierung an deutschen und europäischen Interessen.
Söder hob die "enge und exzellente Zusammenarbeit" zwischen CSU und CDU hervor und betonte, die Einheit des konservativen Lagers sei entscheidend. Angesichts der Exportkrise durch Trumps Protektionismus deuten seine Aussagen auf einen Kurswechsel hin – weg von idealistischen Positionen, hin zu mehr Pragmatismus in der Innen- wie Außenpolitik.
Söders Statements spiegeln den konservativen Mobilisierungsversuch vor den März-Wahlen wider. Während er Merz' diplomatisches Geschick lobt, attackiert er scharf die bestehenden Bündnisse und vergangene Handelspolitik. Das Wahlergebnis könnte die Landespolitik neu ordnen – und damit auch Deutschlands Haltung in Handelsfragen und internationaler Diplomatie prägen.
