Sachsen-Anhalt verbietet AfD-Praktika für Schüler beim Girls' und Boys' Day
Luisa BrandtSachsen-Anhalt verbietet AfD-Praktika für Schüler beim Girls' und Boys' Day
Schulen in Sachsen-Anhalt haben Schülern die Teilnahme an Praktika bei der Landtagsfraktion der AfD untersagt. Die Entscheidung betrifft in diesem Jahr die Initiative "Girls' und Boys' Day", für die sich über 20 Jugendliche um Plätze beworben hatten. Landesbeamte begründen den Schritt mit dem Schutz demokratischer Grundwerte.
Der Ausschluss resultiert aus Bedenken gegenüber der politischen Ausrichtung der AfD. Bildungsminister Jan Riedel (CDU) wirft der Partei vor, ihr Programm enthalte "undemokratische" und "menschenverachtende" Elemente. Zudem verweist er auf die Einstufung der AfD als "gesichert rechtsextremistische" Organisation und betont, dass Schulen verfassungstreue Werte vermitteln müssten.
Ulrich Siegmund, Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag, widerspricht der Entscheidung. Er beharrt darauf, dass die Fraktion rechtlich eigenständig und von der Partei getrennt agiere. Die AfD selbst bezeichnet das Verbot als politisch motiviert und wirft den Verantwortlichen vor, sie gezielt zu diskriminieren.
Im Mittelpunkt des Streits steht das jährliche Berufsorientierungsprogramm, das Schülern Einblicke in politische Tätigkeitsfelder ermöglicht. In diesem Jahr hatten sich mehr als 20 Jugendliche für ein Praktikum beim AfD-Team beworben, bevor das Verbot verhängt wurde.
Die Sperre bedeutet, dass in diesem Jahr keine Schüler ein Praktikum bei der AfD-Fraktion absolvieren werden. Die Behörden bestehen darauf, dass die Maßnahme dem Schutz der Demokratie diene, während die AfD weiterhin deren Rechtmäßigkeit infrage stellt. Der Konflikt spiegelt die anhaltenden Spannungen um die Rolle der Partei in öffentlichen Institutionen wider.






