Sabotagewelle gegen Deutschlands Verkehrsinfrastruktur erreicht Rekordhoch 2025
Ella HofmannSabotagewelle gegen Deutschlands Verkehrsinfrastruktur erreicht Rekordhoch 2025
Deutschland sieht sich einer wachsenden Welle mutmaßlicher Sabotageakte gegen seine Verkehrsinfrastruktur gegenüber. Allein im Jahr 2025 verzeichneten die Behörden 93 vorsätzliche Angriffe auf Schienen- und Güterverkehrsnetze – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Aktuelle Festnahmen und Vorfälle deuten auf eine koordinierte Kampagne mit Verbindungen zu externen Akteuren hin.
Anfang 2025 entgleiste ein Güterzug zwischen Essen und Oberhausen, nachdem Saboteure eine Metallklemme auf den Schienen platziert hatten. Dies war nur einer von zahlreichen Anschlägen auf das deutsche Schienennetz seit 2022, zu denen auch durchtrennte Kabel und Cyberangriffe zählen.
Das Bundeskriminalamt (BKA) meldete für 2025 insgesamt 93 Sabotagefälle – gegenüber 78 im Jahr 2023 und 58 im Jahr 2024. Davon wurden 12 als „Agententätigkeit zu Sabotagezwecken“ eingestuft, eine neue Kategorie, die auf eine Zunahme niedrigschwelliger operativer Aktivitäten hindeutet. Die meisten Fälle ordneten die Ermittler der Rubrik „sonstige Zugehörigkeit“ (37) zu, gefolgt von mutmaßlich linksextremistischen (18), rechtsextremistischen (10), ausländischen (12) und religiös motivierten (16) Straftaten.
Die Bundesanwaltschaft nahm kürzlich drei Männer fest, die im Verdacht stehen, Brand- und Bombenanschläge auf den deutschen Güterverkehr als Teil der hybriden Kriegsführung Russlands geplant zu haben. Auch in anderen europäischen Ländern gab es ähnliche Vorfälle: Zwei Ukrainer sollen im Herbst 2025 im Auftrag Russlands Sprengstoffanschläge auf eine Bahnstrecke zwischen Warschau und Lublin verübt haben. Der Zeitpunkt war brisant – die Attacke ereignete sich kurz vor der geplanten Durchfahrt eines US-Militärkonvois.
Christina Kampmann, innenpolitische Sprecherin der SPD, warnte vor dem Fehlen einer wirksamen Strategie zur Abwehr dieser Bedrohungen. Häufig scheitern die Ermittlungen daran, die Verantwortlichen zu identifizieren, sodass viele Fälle unaufgeklärt bleiben.
Der Anstieg der Sabotagevorfälle spiegelt ein größeres Muster hybrider Bedrohungen gegen kritische Infrastrukturen wider. Deutsche Sicherheitsbehörden dokumentieren eine klare Zunahme solcher Angriffe, wobei sich neue Kategorien von Straftaten abzeichnen. Die Festnahmen und laufenden Ermittlungen zeigen, wie schwierig es ist, Täter zweifelsfrei zu überführen und künftige Störungen zu verhindern.






