Rentenreform: Höheres Eintrittsalter und Ende der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren
Luisa BrandtRentenreform: Höheres Eintrittsalter und Ende der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren
Rentenkommission schlägt weitreichende Reformen vor: Höheres Renteneintrittsalter und Streichung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren
Die Rentenkommission der Bundesregierung hat umfassende Änderungen des Rentensystems vorgeschlagen. Dazu gehören eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters sowie die Abschaffung der Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren ohne Abzüge in Rente zu gehen. Die Bundesregierung plant, diese Empfehlungen umzusetzen – was für viele Menschen ein längeres Arbeitsleben bedeuten würde.
Aktuell liegt das reguläre Renteneintrittsalter in Deutschland bei 67 Jahren, mit geringfügigen Ausnahmen für ältere Jahrgänge. Nach den neuen Plänen soll es bis 2041 auf 67,5 Jahre und bis 2051 auf 68 Jahre steigen. Zudem lehnte die Kommission eine Kopplung des Renteneintritts an die Beitragsjahre ab, obwohl Befürworter dies als gerechter einstuften.
Bundeskanzler Friedrich Merz unterstützt die Reformen und argumentiert, wer später ins Berufsleben einsteige, solle nicht zur gleichen Zeit in Rente gehen wie andere. Diese hätten „etwas zu wenig“ eingezahlt, um dieselben Leistungen zu erhalten. Von den Plänen profitieren würden vor allem Akademiker, die oft höhere Einkommen beziehen und eine längere Lebenserwartung haben – sie erhielten damit länger eine höhere Rente. Gleichzeitig könnten Arbeitnehmer in körperlich belastenden Berufen Schwierigkeiten haben, das neue Renteneintrittsalter zu erreichen.
Mit der Umsetzung der Vorschläge würde die Regierung alle Beschäftigten zu längeren Arbeitsjahren verpflichten – besonders betroffen wären Menschen ohne Hochschulabschluss.
Längere Arbeitszeiten für alle – aber nicht alle profitieren gleich Die Reformen würden die Erwerbsphase für alle Arbeitnehmer verlängern. Besonders hart träfe es Beschäftigte in körperlich anspruchsvollen Jobs, die das höhere Renteneintrittsalter nur schwer erreichen können. Akademiker hingegen könnten von höheren Renten über einen längeren Zeitraum profitieren.
