Reinhold Würth warnt: Deutschlands Wirtschaft leidet unter veränderter Arbeitsmentalität
Luisa BrandtSo denkt Reinhold Würth über die Arbeitsethik in Deutschland - Reinhold Würth warnt: Deutschlands Wirtschaft leidet unter veränderter Arbeitsmentalität
Der 90-jährige Milliardär und Unternehmer Reinhold Würth warnt, Deutschland riskiere den wirtschaftlichen Niedergang – schuld seien sich wandelnde Arbeitsmentalitäten. In jüngsten Stellungnahmen kritisierte er jüngere Mitarbeiter, die bei sinkender Arbeitsbereitschaft höhere Löhne forderten, und machte dafür die überfürsorgliche Erziehung der Babyboomer-Generation verantwortlich.
Trotz seines Alters ist Würth nach wie vor hochaktiv: Noch spätabends diktiert er Geschäftsbriefe und geht täglich schwimmen. Seine Arbeitsmoral steht im krassen Gegensatz zu dem, was er als wachsende Anspruchsmentalität in Deutschland wahrnimmt.
Er argumentiert, deutsche Arbeitnehmer nähmen deutlich mehr Krankheitstage in Anspruch als Beschäftigte in anderen Industrienationen. Kombiniert mit der Weigerung, an Wochenenden zu arbeiten – selbst wenn Feiertage auf Samstage oder Sonntage fallen –, untergrabe dies die Produktivität. Würth führt das Problem auf die Babyboomer zurück, die ihre Kinder verwöhnt hätten und so eine Generation geprägt hätten, die "Work-Life-Balance" über Leistung stelle. Eine Umkehr dieses Denkens hält er für nahezu unmöglich – mit der Folge, dass Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit einbüßen könnte.
Würths Äußerungen spiegeln einen Generationenkonflikt über Arbeitsnormen in Deutschland wider. Seine Warnungen deuten an, dass das Land ohne einen Mentalitätswandel weiter an wirtschaftlicher Stärke verlieren könnte. Sein eigener, unermüdlicher Arbeitseifer dient dabei als Gegenentwurf zu den von ihm kritisierten Trends.
