04 May 2026, 12:08

"Radikal Jung" feiert 20 Jahre mit revolutionärem Theater und Publikum als Mitspieler

Plakat für das Eden Theatre in Paris mit einer Gruppe tanzender Menschen in einem Kreis, darüber in fetter Schrift 'Eden Theatre' auf einem hellgelben Hintergrund.

"Radikal Jung" feiert 20 Jahre mit revolutionärem Theater und Publikum als Mitspieler

Das Radikal Jung-Festival kehrt mit seiner 20. Ausgabe ins Münchner Volkstheater zurück

In diesem Jahr präsentiert das Programm zwölf Werke junger Regisseure, die Theater, Performance und Publikumseinbindung zu einem innovativen Mix verbinden. Den Auftakt bildet eine mutige Neuinterpretation von Antigone – ein Statement gegen Isolation und für das kollektive Erlebnis.

Eröffnet wurde das Festival mit Roland Schimmelpfennigs Antigone in der Regie von Mikheil Charkviani. Die Inszenierung deutet den antiken Mythos als feministischen Widerstand um und zieht Parallelen zu modernen politischen Protesten und autoritären Regimen. Das Publikum wird dabei direkt in das Geschehen einbezogen und herausgefordert.

Ein Höhepunkt ist Group Crisis, eine interaktive Performance, inspiriert von der mittelalterlichen Tanzwut. Ohne Worte lädt das Stück die Zuschauer auf die Bühne ein, macht sie zu Mitwirkenden, die marschieren, tanzen und das Geschehen mitgestalten. Hier wird das Festivalmotto – die Ablehnung von Passivität – besonders deutlich, wenn die Grenzen zwischen Darstellern und Publikum verschwimmen.

Bekannte Häuser wie das Berliner Maxim Gorki Theater und das Münchner Volkstheater teilen sich die Bühne mit kleineren Kollektiven. Eine fünfköpfige Jury wählte die zwölf gezeigten Stücke aus, um experimentelle und traditionelle Formen zu vereinen. Jede Produktion spiegelt das Festival-Credo wider: Gemeinschaft statt der Entfremdung, die oft die zeitgenössische Kultur prägt.

Bis Ende des Monats bietet die 20. Ausgabe von Radikal Jung eine Plattform für aufstrebende Regisseure und immersives Storytelling. Mit Aufführungen, die Teilhabe einfordern und klassische Erzählungen neu erfinden, festigt das Festival seinen Ruf als Ort für mutigen, kollektiven künstlerischen Ausdruck. Die Besucher verlassen es nicht als bloße Zuschauer, sondern als aktive Mitgestalter des Erlebnisses.

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