Proteste gegen rechtsextreme Verbindungen der Gladiator Fight Academy in Halle
Ella HofmannProteste gegen rechtsextreme Verbindungen der Gladiator Fight Academy in Halle
Am vergangenen Wochenende fand vor dem Hauptbahnhof von Halle eine Protestkundgebung gegen die Gladiator Fight Academy statt, ein Fitnessstudio, dem Verbindungen zur rechtsextremen Szene vorgeworfen werden. Die Demonstranten forderten die Schließung des Studios und skandierten Parolen wie „Nazis raus aus unseren Kiezen“, während die Spannungen wegen seiner angeblichen Rolle als Netzwerk für Rechtsextreme stiegen.
Die Kundgebung wurde von der lokalen antifaschistischen Initiative „Daumen runter“ organisiert. Im Fokus der Proteste stand ein kürzlich veranstaltetes Event des Studios, die Premiere der „Gladiator Fight Series“, die im kulturellen Bürgerzentrum von Teutschenthal stattfand. Die Wahl des Ortes – eine öffentlich finanzierte Einrichtung – löste bei den Teilnehmenden zusätzliche Empörung aus.
Zur Führungsebene des Studios zählen Personen mit bekannten rechtsextremen Verbindungen. Theo Weiland, ein bekannter deutscher Kämpfer und ehemaliger Anführer des „Jungsturms Erfurt“, gehört zum Kernteam. Christopher Henze, eine weitere Schlüsselfigur, soll Kontakte zur rechtsextremen Hooligan-Szene des 1. FC Lokomotive Leipzig unterhalten. Hans Krüger, ein Nachwuchstrainer im Studio, tritt ebenfalls bei dessen Veranstaltungen an und ist Fan von Energie Cottbus, einem Verein mit einer eigenen Geschichte rechtsextremer Vorfälle unter seinen Anhängern.
Der Protest erfolgt vor dem Hintergrund eines wachsenden rechtsextremen politischen Einflusses in Sachsen-Anhalt. Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte die AfD 37,3 Prozent der Stimmen, und Umfragen deuten auf eine noch stärkere Zustimmung bei der anstehenden Landtagswahl hin. Kritiker argumentieren, dass die Aktivitäten des Studios in diesen übergeordneten Trend rechtsextremer Mobilisierung passen.
Die Demonstration unterstreicht die zunehmenden Bedenken hinsichtlich rechtsextremer Rekrutierung im Kampfsport. Das Studio bleibt vorerst in Betrieb, doch der Druck durch Aktivisten und lokale Gruppen wächst. Bislang haben die Behörden noch nicht auf die Forderungen nach einer Untersuchung der mutmaßlichen Extremismusverbindungen reagiert.






