Özdemirs riskanter Alleingang: Kann er Baden-Württemberg ohne Habeck regieren?
Özdemirs riskanter Alleingang: Kann er Baden-Württemberg ohne Habeck regieren?
Cem Özdemir kandidiert als Nachfolger von Winfried Kretschmann für das Amt des grünen Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg. Um zu gewinnen, muss er in der anstehenden Wahl eine regierungsfähige Mehrheit sichern. Seine Strategie setzt auf regionale Verbundenheit und einen pragmatischeren Kurs als das bundesweite Image seiner Partei.
Aktuell liegen die Grünen in Baden-Württemberg mit 21 Prozent in den Umfragen auf dem zweiten Platz – hinter der CDU mit 29 Prozent, aber vor der AfD mit 20 Prozent. Das ist ein Rückgang im Vergleich zur Bundestagswahl 2025, bei der sie im Land nur 13,6 Prozent der Zweitstimmen erhielten.
Özdemir hat sich von Robert Habeck distanziert, dem ehemaligen Bundesvorsitzenden der Grünen, der heute als globaler Analyst tätig ist. Habecks enge Verbindung zum umstrittenen Heizungsgesetz gilt in der Region als Belastung. Stattdessen wirbt Özdemir gemeinsam mit Boris Palmer, einer umstrittenen, aber lokal verwurzelten Figur.
Sein Wahlkampf betont die Verbindungen zur Automobilindustrie, regionalen Stolz und seine eigene politische Erfahrung. Indem er Habecks ideologischer Ausrichtung ausweicht, will Özdemir Wähler ansprechen, die dem bundesweiten Ruf der Grünen als ökologische Aktivisten skeptisch gegenüberstehen.
Habeck zog sich im September aus der Bundespolitik zurück und widmet sich seitdem leidenschaftlich der Umweltaktivismus. Özdemir hingegen inszeniert sich als pragmatischer Verteidiger der Staatskanzlei und meidet das Bild der "Ampelkoalition", für die Habeck steht.
Özdemirs Bewerbung um das Ministerpräsidentenamt hängt davon ab, ob er mit einem gemäßigteren Kurs die Wähler überzeugen kann. Sein Wahlkampf verzichtet auf bundesweite Grüne wie Habeck und setzt stattdessen auf lokale Industriekontakte und Erfahrung. Die Wahl wird zeigen, ob seine Strategie die nötige Mehrheit bringt.
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