Organspenden in Deutschland steigen 2026 – doch die Wartelisten bleiben lang
Ella HofmannOrganspenden in Deutschland steigen 2026 – doch die Wartelisten bleiben lang
Organspenden in Deutschland steigen 2026 um rund 12 Prozent
In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 sind die Organspenden in Deutschland um etwa 12 Prozent gestiegen. Bis Ende Mai wurden 1.405 Organe gespendet – im Vergleich zu 1.253 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dennoch übersteigt die Nachfrage bei Weitem das Angebot: Tausende Patienten stehen weiterhin auf Wartelisten.
Besonders markant war der Anstieg in Berlin, wo von Januar bis Mai 73 Organe gespendet wurden – fast doppelt so viele wie die 39 im Jahr 2025. Trotz dieses Fortschritts warten allein in der Hauptstadt noch über 400 Menschen auf ein Spenderorgan, während in der Stadt in diesem Jahr bisher knapp 140 Transplantationen durchgeführt wurden.
Bundesweit bleibt die Lage angespannt 2025 erhielten nur 3.150 Menschen ein Spenderorgan, während rund 8.200 Patienten auf der Warteliste blieben. Deutschland setzt derzeit auf ein Widerspruchslösung mit Zustimmungsregelung, bei der eine ausdrückliche Einwilligung des Spenders oder der Angehörigen erforderlich ist.
Eine überparteiliche Gruppe von Abgeordneten treibt nun eine Reform voran und schlägt bis 2030 die Einführung einer erweiterten Widerspruchslösung vor. Danach würden alle volljährigen Bürger automatisch als potenzielle Spender gelten, sofern sie nicht aktiv widersprechen. Doch bereits formiert sich Widerstand: Einige Politiker argumentieren, ein solches System verletze grundlegende Rechte.
Streit um Ethik und Recht Die Debatte dürfte den Bundestag spalten und über die üblichen Parteigrenzen hinweg führen. In den kommenden Monaten werden vor allem ethische Bedenken und juristische Folgen im Mittelpunkt stehen.
Ziel der geplanten Widerspruchslösung ist es, den chronischen Mangel an Spenderorganen zu bekämpfen. Sollte sie umgesetzt werden, könnte sich die Zahl der verfügbaren Transplantate deutlich erhöhen. Doch bisher bleibt das Thema umstritten – eine klare Lösung ist nicht in Sicht.






